Stoiber: "Hoffe, dass dieses Beispiel breit Schule macht"

5. Juli 2004, 15:40
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Siemens und IG Metall seien Vorbild, für Mehrarbeit - "Flexible Lösungen" nötig

München - Die Deutschen müssen nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) bereit sein, nach dem Beispiel von Siemens auch ohne zusätzlichen Lohn mehr zu arbeiten. "Flexible Lösungen für eine gewisse Mehrarbeit sind eines der wirksamsten Mittel, um die Abwanderung von tausend Arbeitsplätzen täglich aus Deutschland zu stoppen", sagte Stoiber in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in München.

Er kündigte an, die Union werde im Fall eines Sieges bei der Bundestagswahl 2006 das Tarifvertragsgesetz so ändern, dass es eine klare Grundlage für betriebliche Bündnisse für Arbeit schafft.

Stoiber nannte die Vereinbarung, die der Siemenskonzern diese Woche mit der IG Metall zur Rettung von Arbeitsplätzen getroffen hat, ein "positives Signal für ganz Deutschland". Danach wird an bestimmten Standorten die Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich auf 40 Stunden ausgedehnt. "Das ist eine zukunftsweisende Weichenstellung", sagte Stoiber. "Die Vereinbarung zeigt, dass wir bei entsprechendem Willen alle Chancen haben, Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen."

Der CSU-Chef appellierte an die deutsche Wirtschaft, dem Beispiel von Siemens zu folgen. "Leider gehen viel zu viele Unternehmer den leichteren Weg und verlagern Arbeitsplätze ins Ausland, weil sie die Auseinandersetzung mit den Gewerkschaften scheuen", kritisierte er.

"Hoffe, dass dieses Beispiel breit Schule macht"

Der Fall Siemens habe aber gezeigt, dass auch die Gewerkschaften inzwischen bereit seien, im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen flexible Wege zu gehen. "Ich hoffe, dass dieses Beispiel breit Schule macht", sagte Stoiber.

Zugleich verteidigte er die Einführung der 42-Stunden-Woche für den öffentlichen Dienst in Bayern. Dieser Schritt sei nötig, um die immensen Personalkosten des Staates zu senken. "Unsere Entscheidung bricht Blockaden auf und hat eine Vorreiterrolle für die Arbeitszeitdiskussion in Deutschland", sagte er. Psychologisch könne die Entscheidung dazu beitragen, den Schritt zur Mehrarbeit auch in der Privatwirtschaft zu erleichtern. (APA)

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