Rad: Heimische Profis denken an Olympia

8. Juli 2004, 16:29
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Kritik am österreichischen Verband wegen mangelnder Vorbereitung auf die Sommerspiele in Athen

Wien - Vor Bernhard Eisel, Rene Haselbacher und Peter Wrolich liegt die harte, dreiwöchige Tour de France, doch die Radprofis denken auch schon an Olympia in Athen. Das Trio hat am Samstag bei einem gemeinsamen Ausblick in den Grinzinger Weingärten unisono die fehlende Vorbereitung des Verbandes auf die Sommerspiele kritisiert. Zuletzt sei auch die Chance auf gemeinsame Gespräche während den Staatsmeisterschaften nicht genutzt worden.

Keine Gespräch seitens des Verbands

"Jeder ist sich selbst überlassen, dabei gibt es mindestens zehn Punkte die geklärt werden müssten", klagte Wrolich. Österreich verfügt im Straßenrennen am 14. August über vier Startplätze. In anderen Ländern gebe es erweiterte Kader, mehrtägige Treffen, Abstimmung von Starts bei Kriterien nach der Tour. "Aber bei uns hat es nicht einmal ein gemeinsames Gespräch gegeben", meinte Haselbacher, der im Team Gerolsteiner Helfer-Aufgaben zu erfüllen hatte und daher trotz guter Form das A-Limit erst vergangene Woche erfüllt hat.

Das geforderte A- und B-Limit haben bisher vier Fahrer erbracht (Eisel, Gerrit Glomser, Gerhard Trampusch, Georg Totschnig), vier weitere Profis (Wrolich, Haselbacher, Andreas Matzbacher und Harald Morscher) haben die A-Norm geschafft. Der ÖRV-Vorstand entscheidet am 18. Juli über den Selektions-Vorschlag von Franz Hartl.

Wrolich wäre gern dabei

Wrolich würde gerne an den Spielen teilnehmen, doch die Pflichten im Team Gerolsteiner haben Vorrang. ""Ich werde die gestellten Aufgaben zu hundert Prozent erfüllen und nicht dem fehlenden Limit hinterherjagen", sagte der Kärntner, der wie Eisel sein Debüt bei der Tour de France gibt. "Daher ist es vorerst auch wichtiger, sich auf die Tour zu konzentrieren." Auch Eisel will die dreiwöchige "Tour der Leiden" abwarten ("Alles hängt davon ab, wie ich die Tour verkrafte") und Georg Totschnig, im Gegensatz zu Eisel und Haselbacher ein Rundfahrt-Spezialist, entscheidet ebenfalls erst nach der Tour über eine Reise nach Athen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die österreichischen Radprofis (v.l.) Peter Wrolich, Bernhard Eisel und Rene Haselbacher.

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