Deutscher Rechnungshof kritisiert Eurofighter-Projekt

27. September 2004, 20:27
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Verzögerungen bei Entwicklung - 18 Bundesheer-Flugzeuge würden aus kritisierter Baureihe stammen

Wien - Das Nachrichtenmagazin "profil" veröffentlicht in seiner Montag erscheinenden Ausgabe erstmals detailliert Auszüge aus dem jüngsten Bericht des deutschen Bundesrechnungshof zum Eurofighter. In dem mit 9. Juni datierten Bericht üben die deutschen Rechnungshofprüfer schwere Kritik an den Verzögerungen beim Entwicklungsstand des Eurofighter. So monieren die Prüfer, "dass die Entwicklung bei den wesentlichen Komponenten des Flugzeugs (Zelle, Triebwerk, Radar, Ausrüstung, Bodendienst- und Prüfgeräte, Simulator, Pilotenausrüstung usw.) weit hinter dem Zeitplan zurückliegt".

Auf der Basis des derzeitigen Entwicklungsniveaus sei "lediglich ein Erstflugbetrieb" möglich. Die technische Dokumentation sei "noch unvollständig und teilweise fehlerhaft", zitiert "profil" aus dem Bericht. Die bisher vom Hersteller gelieferten Maschinen würden "weit hinter den vertraglichen Verpflichtungen" zurückbleiben.

Nach Ansicht des Bundesrechnungshofs betreffen die Probleme auch das zweite Baulos, aus dem das Bundesheer seine 18 Eurofighter erhalten soll: "Für den Bundesrechnungshof ist die Darstellung des Bundesministeriums (für Verteidigung), die Entwicklung sei weitgehend abgeschlossen, nicht nachzuvollziehen. Er hält die Probleme der Beschaffung der 1. Tranche für schwerwiegend. Nach seiner Auffassung ist bisher auch nicht erkennbar, wie bei der Beschaffung der 2. Tranche verlässlich verhindert werden soll, dass sich diese Probleme fortsetzen".

Laut dem Bericht des Bonner Rechnungshofs sei "vor allem nicht erkennbar, wann die deutsche Luftwaffe über ein Kampfflugzeug verfügen wird, das militärisch voll einsetzbar ist und das die 'Fähigkeitslücke' in der Luftverteidigung und ggf. auch im Luftangriff tatsächlich schließt". (APA)

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