Beko sieht IT-Aufschwung und denkt an Börsengang

5. Juli 2004, 11:26
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Die schlechten IT-Jahre sind vorbei, das "wilde Sparen" bei IT-Ausgaben geht dem Ende zu, sagt das heimische Softwarehaus

Der österreichische Technologiedienstleister Beko Ing. P. Kotauczek GmbH, 100-Prozent-Tochter der börsennotierten Beko Holding, ist im Begriff, zur Aktiengesell-schaft "aufzurüsten". Ein Börsengang wird angedacht, der Zeitpunkt dafür aber offen ge-lassen. "Wir sind durch die schlechten Jahre in der IT-Branche durch und wollen jetzt die Grundlage für eine Expansion schaffen", kom-mentiert Geschäftsführer Paul Michal gegenüber dem STANDARD die Umfirmung, die bis 1. Juli 2004 erfolgen soll.

Das "wilde Sparen" ist vorüber

Das "wilde Sparen" der österreichischen Unternehmen bei IT-Projekten sei vorüber. Die Firmen begännen wieder ernsthafte Gespräche über neue Projekte zu führen, so Michal. Für diese Marktentwicklung wolle man gerüstet sein. Die neue Unternehmensform soll es Beko ermöglichen, sich auch über Aktien in interessante Firmen einzukaufen.

Musste das 1978 gegründete Unternehmen in den vergangenen Jahren aufgrund der "schwierigen Markt- und Konjunkturbedingungen in der IT-Branche" erhebliche Umsatzrückgänge und auch Verluste hinnehmen, hält Michal für 2005 auch wieder organisches Wachstum für sein Unternehmen möglich. "Der Nimbus des explosiven Wachstums in der IT-Branche ist vorbei, wir freuen uns mittlerweile wie jede andere Branche über einen Zuwachs von fünf Prozent."

Michal setzt dabei unter anderem auf das Thema Migration, den Übergang alter proprietärer Systeme (meist Großrechner) auf offene Client-Server-Plattformen. Wesentlich dabei ist, dass die oft in alten, komplexen Programmiersprachen entwickelte Software eines Unternehmens weiter benutzt werden kann.

Red-Hat-Partner

Ein weiteres Thema ist Open Source, also Software, deren Code gratis zur Verfügung gestellt wird. Hier ist es Beko vor kurzem gelungen, der erste österreichische Vertragspartner von Red Hat, einem der großen Linux-Proponenten, zu werden.

Die Beko Kotaucek GmbH setzte 2003 48 Mio. Euro um (2002: 55,4). Der Betriebserfolg verbesserte sich um sechs Mio. € von -2,6 Mio. auf +3,4 Mio. €. Im Jahresdurchschnitt wurden in den beiden Geschäftsfeldern Engineering und Informatik insgesamt 594 Mitarbeiter beschäftigt.(Karin Tzschentke/DER STANDARD, Printausgabe vom 26./27.6.2004)

  • Beko-Vorstandsvorsitzender Prof. Ing. Peter Kotauczek.
    foto: beko

    Beko-Vorstandsvorsitzender Prof. Ing. Peter Kotauczek.

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