USA verhängen Sanktionen gegen sudanesische Milizionäre

1. Juli 2004, 22:09
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"Es werden auf jeden Fall Gräueltaten begangen"

Washington - Die Vereinigten Staaten haben am Freitag Strafsanktionen gegen Mitglieder von regierungstreuen Milizen in Sudan angekündigt. Dabei spiele die genaue rechtliche Einordnung der Taten der arabischen Janjawid-Milizen im Westen des Landes keine Rolle, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums am Freitag in Washington. "Ob es nun Völkermord oder ethnische Säuberung genannt wird - es werden auf jeden Fall Gräueltaten begangen", sagte der Sprecher weiter.

Die Sanktionen sollten gegen einzelne bekannte Janjawid-Mitglieder verhängt werden, fügte der Sprecher hinzu. Darüber hinaus würden Maßnahmen gegen Regierungsmitglieder geprüft, die mit den Milizen in Verbindung stünden. Zur Debatte stehen Sanktionen wie Reisebeschränkungen und das Einfrieren von Guthaben in den USA oder unter US-Rechtsprechung.

Powell in Jakarta

US-Außenamtssprecher Richard Boucher hatte am Donnerstag angekündigt, Außenminister Colin Powell wolle am kommenden Dienstag und Mittwoch in Khartum und in der Krisenregion Darfur Zwischenstationen auf dem Weg vom NATO-Gipfel in Istanbul zum Ministertreffen der ASEAN-Staaten in Jakarta einlegen, um auf die "fürchterliche humanitäre Lage" in Westsudan aufmerksam zu machen.

In Darfur kämpfen seit Februar vergangenen Jahres Rebellen schwarzafrikanischer Volksgruppen gegen von der Regierung unterstützte arabische Milizionäre. Seitdem wurden nach UN-Angaben mindestens 10.000 Menschen getötet. (APA)

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