Kinobesuch könnte massiv teurer werden

2. Juli 2004, 11:22
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Argument: Höhere Leihmieten für Filme - einige Kinobetreiber reagieren mit Blockade bestimmter Filme

Wien - Kino-Tickets werden in naher Zukunft wahrscheinlich massiv teurer werden. Der Grund dafür liegt in gestiegenen Leihmieten für die Filme bzw. in geänderten Zahlungsbedingungen internationaler Verleihfirmen, teilen die Kinobetreiber mit.

Kinos mieten Filme bei Verleihfirmen in der Regel zu vereinbarten Umsatzprozenten. Diese bewegen sich je nach Standort und Aktualität des Filmes bei 30 bis 50 Prozent der Ticket-Einnahmen.

Der Vorstoß des Österreichablegers der US-Firma Buena Vista International ("Findet Nemo", "Fluch der Karibik"), Filme künftig nur mehr gegen Pauschalbeträge zu verleihen, bringt die heimische Kinobranche in wirtschaftliche Bedrängnis. Unbestätigten Informationen zu Folge sollen Kinobetreiber künftig für Filme bis zu 7 Euro pro Eintrittskarte an Buena Vista abliefern müssen, schreibt der Fachverband der Lichtspieltheater in einer Aussendung am Freitag.

Keine Kostendeckung für die Kinobetriebe möglich

Mit einem solchen Pricing würde ohne Preiserhöhung nichts für die Kostendeckung des Kinobetriebs übrig bleiben. "Gerade in der jetzigen Wirtschaftslage werden sich viele Menschen Kinokarten nicht mehr leisten können und wollen," warnt Fachverbands-Obmann Horst Röber.

Die österreichischen Kinobetreiber, allen voran Marktführer "Cineplex", reagierten auf diese Entwicklung "vorerst mit Blockade", schreibt Röber. So sei der US-Film "Liebe auf Umwegen", bundesweit in nur 22 Kinos gelaufen, obwohl für vergleichbare Filme ansonsten in Österreich wenigstens 60 Kopien vertrieben würden. Bei der demnächst anlaufenden Komödie "Der Appartment Schreck" würden zu den angebotenen Konditionen noch weniger Kinos spielen. Auch Österreichs Marktführer "Cineplex" hat den Film zu diesen Konditionen nicht gebucht.

Er hoffe auf ein Einlenken von Buena Vista Austria, schreibt Röber. (APA)

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