Waljagd aus spirituellen Gründen abgeblasen

2. Juli 2004, 20:40
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Ureinwohner treiben verirrten Schwertwal den Fängern der Fischereibehörde davon

Vancouver - Wegen anhaltenden Widerstands von indianischen Ureinwohnern hat die kanadische Regierung nach eigenen Angaben die Jagd auf einen Wal vor Vancouver Island zunächst abgeblasen. Seit vier Tagen versucht die Fischereibehörde einen unberechenbaren Orca an der Westküste in die Falle zu locken.

Sobald sich der auf den Namen "Luna" getaufte Wal dem Gehege aus Netzen nähere, verscheuchten ihn Angehörige des Stammes der Mowachaht durch Gesänge und lautes Trommeln gegen ihre Kanus, teilte die Regierung am Donnerstag mit. Grund für den Widerstand gegen die Staatsgewalt ist der Glaube von Stammesführer Mike Maquinna, in dem Tier lebe der Geist seines 2001 verstorbenen Vaters weiter.

Die Regierung will nun nach eigenen Angaben zunächst mit den Mowachaht reden. Der Stamm wirft den Behörden vor, in ihr Gebiet eingedrungen zu sein und fordert Schutz für das Säugetier. Die vergangenen drei Jahre hatte der Wal in den Gewässern nahe der Stadt Gold River verbracht, nachdem er den Anschluss an seine Herde verloren hatte. Unter normalen Bedingungen verbringen Orcas ihr ganzes Leben in ihrer Herde. Kanadische und US-Behörden halten das einsame rund 1,4 Tonnen schwere Tier für eine Gefahr für sich selbst und die Menschen in der Region, weil Luna spielerischen Gefallen an Booten und Wasserflugzeugen gefunden habe; deshalb soll der Schwertwal per Lastwagen rund 350 Kilometer weiter in den Süden gebracht und dort bei seiner Familie ausgesetzt werden. (APA)

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