"Hunderttausende Leben auf dem Spiel"

1. Juli 2004, 22:17
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Annan: "Wir brauchen die Hilfe jetzt" - Für Rettungsaktion im Westsudan fehlen noch 123 Millionen Euro - Beratungen mit Powell

New York - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat an die Weltöffentlichkeit appelliert, den drohenden Hungertod hunderttausender Menschen in der sudanesischen Krisenregion Darfur zu verhindern. Die Vereinten Nationen seien intensiv um Hilfe für die Notleidenden bemüht, allerdings fehlten der UNO noch rund 150 Millionen Dollar (123,5 Millionen Euro) für die Rettungsaktion, sagte Annan am Freitag in New York vor Journalisten: Es stünden "hunderttausende Leben auf dem Spiel", so Annan - "die Menschen dort erlebten eine "Katastrophe". Wenn die Regierung in Khartum nicht in der Lage sei ihre Bevölkerung zu schützen, müsse die internationale Gemeinschaft bereit sein, Beistand zu leisten.

"Wir brauchen die Hilfe jetzt"

Er rief alle Geberstaaten auf, zusätzliche Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Die UN bräuchten zudem mehr Personal und Ausrüstungen für mobile Kliniken sowie Wasseraufbereitungsanlagen. "Wir brauchen die Hilfe jetzt, und nicht später." Annan will in den nächsten Tagen selbst in die westsudanesische Provinz Darfur reisen, um sich ein Bild von der Lage der Bevölkerung zu machen und die Hilfsoperationen voranzutreiben.

Beratungen mit Powell

Annan kündigte am Freitag auch ein Treffen mit US-Außenminister Colin Powell für die kommende Woche an, um über die Lage in Darfur zu beraten. Sie würden Khartum "gemeinsam unter Druck setzen", kündigte Annan in New York an.

US-Außenamtssprecher Richard Boucher hatte am Donnerstag angekündigt, Powell wolle am Dienstag und Mittwoch in Khartum und in Darfur Zwischenstation auf dem Weg vom NATO-Gipfel in Istanbul zum Ministertreffen der ASEAN-Staaten in Jakarta einlegen, um auf die "fürchterliche humanitäre Lage" in Westsudan aufmerksam zu machen.

Aufruf an sudanesische Regierung

Der UN-Generalsekretär erneuerte zugleich seinen Aufruf an die sudanesische Regierung, die arabischen Janjaweed-Milizen zu stoppen, die in Darfur die schwarzafrikanische Bevölkerung terrorisieren. Die Regierung in Khartum sei für die Sicherheit aller Sudanesen verantwortlich.

Seit Februar vergangenen Jahres starben etwa 10.000 Menschen. Über eine Million Menschen sind nach Schätzungen von Hilfsorganisationen vor dem Terror der Milizen geflohen; Etwa 120.000 Flüchtlinge halten sich im Nachbarland Tschad auf. Wegen der unsicheren Lage wurden vielerorts die Felder nicht rechtzeitig vor Beginn der Regenzeit bestellt, so dass eine schwere Hungersnot droht. APA)

Links

Online-Spenden beim Roten Kreuz: http://spende.roteskreuz.at -> Kennwort Sudan

UNICEF Österreich bittet um Spenden für die Kinder im Westsudan unter PSK 1516500, BLZ 60000; Stichwort: Kinder Sudan.
Infos: www.unicef.at

BBC: "Darfur aid worker's diary"

BBC: "Powell to see Sudan 'catastrophe'"

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    Durch den Bürgerkrieg im Sudan sind hunderttausende Menschen vom Hungertod bedroht.

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