Abtreibung: "My Body, My Choice"

5. Juli 2004, 13:27
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Amerikanische FrauenrechtlerInnen wehren sich gegen die diskriminierende Bush-Gesetzgebung

Der „Partial-Birth Abortion Ban“ wurde von US-Präsident George W. Bush im November des vorigen Jahres unterzeichnet. Ein Gesetz, das die Abtreibung des Fötus nach dem ersten Drittel der Schwangerschaft auf jeden Fall verbieten soll – und zwar auch dann, wenn ein Schwangerschaftsabbruch zum Schutz der Mutter notwendig wäre. Eine Richterin erklärte nun dieses Gesetz als verfassungswidrig.

Großdemonstration der FrauenrechtlerInnen bei der National Mall

Auch in den USA des Jahres 2004 müssen Frauen noch um das Recht kämpfen, über ihren eigenen Körper entscheiden zu dürfen. Den bisherigen Höhepunkt der neuen Frauenrechtsbewegung bildete die Großkundgebung in Washington DC im April. Liberale und feministische Gruppen wie NARAL oder Planned Parenthood riefen zum „March for Women’s Lives“ auf, den schließlich auch Kriegsgegner und andere präsidentenkritische Organisationen unterstützten. Die Erbinnen der Women’s Liberation müssen immer noch gegen dieselben Windmühlen ankämpfen.

Christliche und wertkonservative Gruppen haben sich dem Schutz der Ungeborenen verschrieben. Ihrem Slogan „pro life“ haben die Befürworter der Abtreibung ein „pro choice“ gegenübergestellt: die Frauen sollen selbst über sich und ihren Körper bestimmen dürfen – „My body, My choice“. Doch ein Ausbrechen aus den gewachsenen patriarchalen Strukturen gestaltet sich gerade in den USA schwierig. Zu allgegenwärtig sind „amerikanische Werte“ und christliche Moral, auf die US-Amerikaner gerade in Zeiten nationaler Bedrohung eingeschworen werden.

So waren die Vereinigten Staaten auch das einzige Land, das gegen jene UNO- Resolution stimmte, die Anfang dieses Jahres Familienplanung im Katalog der Menschenrechte festschrieb. Anders hingegen liegt die Linie der Europäischen Union. Die Europäer wollen künftig verstärkt Aufklärungsmaßnahmen und Verhütung in Entwicklungsländern finanzieren.

von Lily Moschen, Studentin an der Fachhochschule der Wiener Wirtschaft, Studiengang Journalismus
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    Großdemonstration der FrauenrechtlerInnen bei der National Mall im April 2004

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