Franziskaner wollen Küblböck nicht

29. Juni 2004, 11:31
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Eggenfelder Kloster lehnt Ableistung von Sozialarbeit des Sängers ab - "Wir wünschen uns hier kein öffentliches Tamtam"

München - Der wegen seines Gurkenlaster-Unfalls zu sozialer Arbeit im Kloster verurteilte Sänger Daniel Küblböck wird von den Franziskaner-Mönchen nicht mit offenen Armen empfangen. In seiner Heimatstadt Eggenfelden steht der 18-Jährige nach einem Bericht der Münchner "Abendzeitung" (Freitagausgabe) vor verschlossenen Pforten. "Wir wünschen uns hier kein öffentliches Tamtam", sagte ein Klosterbruder der Zeitung. "Der Konvent hat das einstimmig abgelehnt. So ein Auflauf würde die Ruhe hier stören."

Klösterliches Asyl findet der Verkehrssünder nun bei der Ordensgemeinschaft der Prämonstratenser in der Abtei Windberg im niederbayerischen Landkreis Straubing, wo man sich des 18-Jährigen erbarmen will: "Wir bieten Daniel gerne unsere Hilfe an", sagte der Leiter der Bildungsstätte der Abtei, Pater Patrick. Dem Orden liege bereits eine Anfrage von Küblböcks Anwalt vor. "Möglichkeiten Sinnvolles zu tun, gibt es hier genug", betonte der Ordensmann. So könnte der Sänger mit Jugendlichen arbeiten oder "einfache Hausmeistertätigkeiten erledigen".

Küblböck war am Mittwoch vom Amtsgericht Eggenfelden wegen fahrlässiger Körperverletzung und Fahrens ohne Führerschein zu 25.000 Euro Geldstrafe und acht Stunden Sozialarbeit verurteilt worden. Der Richter selbst hatte dafür ein Kloster vorgeschlagen, damit Küblböck die Arbeitsstunden ungestört von Presserummel ableisten könne. Mit Sozialarbeit hat Küblböck Erfahrung - nicht nur, weil er Kinderpfleger gelernt hat. Als 14-Jähriger klaute er eine CD und musste 16 Sozialstunden abarbeiten. Laut "Abendzeitung" sammelte er damals Müll im Wald auf.(APA/AP)

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    Die Prämonstratenser wollen den verurteilten Küblböck helfen, die Franziskaner nicht

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