Vor der Scheidung kommt der ZIP

5. Juli 2004, 13:27
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Die Grünen wollen vor der parlamentarischen Sommerpause den "ZIP" als Alternative zur Ehe einbringen

Der Trend zur Serienmonogamie und Singlehaushalten entwickelt sich auch in Österreich rasant. Erst wenn die Beziehung harmonisch und ohne Probleme funktioniert, erwägen die Pärchen in einen gemeinsamen Haushalt zu ziehen. Dort verbringen beide eine "gesetzlose" Ehe in liebevoller und trauter Zweisamkeit. Sobald jedoch gemeinsame Kinder gewünscht werden, wird es kompliziert, vor allem rechtlich gesehen. Denn "uneheliche" Kinder haben es im Falle einer Trennung besonders schwer.

Damit diese Paare mit oder ohne Kinder vor dem Recht nicht mehr länger als Fremde gelten, haben die Grünen einen "Zivilpakt", genannt "ZIP" vorgeschlagen.

Der ZIP soll sowohl verschieden- als auch gleichgeschlechtlichen Paaren die rechtlichen Benachteiligungen eines Zusammenlebens ohne Trauschein beseitigen. Vor allem in den Gebieten des Erb- und Steuerrechts, sowie im Miet-, Sorge- und Adoptionsrecht, müssen die Gesetzesgrundlagen an die aktuellen Lebensbedingungen angepasst werden, so die Grüne Politikerin Lunacek. Das Anliegen soll noch vor der Sommerpause in Form eines Entschließungsantrages im Parlament eingebracht werden.

Ob der neue Lösungsvorschlag dem christlichen Glaubensgut entspricht, ist noch nicht geklärt. Die Kirche hat sich bis dato zum Thema „Zivilpakt“ nicht geäußert.

von Thomas Apollonio, Student an der Fachhochschule der Wiener Wirtschaft, Studiengang Journalismus
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