Husslein von Haslauer unterstützt

1. Juli 2004, 12:07
1 Posting

Konflikt um Betriebsratsgründung: Arbeiterkammer klagt Rupertinums-Direktorin wegen "Motivkündigung"

Salzburg - Der für Museen zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Wilfried Haslauer (V) stellt sich heute schützend vor die Direktorin des Museums der Moderne - Rupertinum, Agnes Husslein-Arco. Diese war ins Schussfeld der Kritik geraten, weil sie laut Salzburger Arbeiterkammer eine Mitarbeiterin und Kuratorin des Museums nur deshalb gekündigt hatte, weil sie einen Betriebsrat gründen wollte. Die AK hat Klage wegen verbotener "Motivkündigung" eingereicht und verlangt, dass das Arbeitsverhältnis wieder hergestellt wird.

Haslauers Sichtweise

Haslauer sagte, seinen Informationen nach sei die nun schriftlich gekündigte Kuratorin schon wenige Tage davor mündlich gekündigt worden. In der Zeit zwischen mündlicher und schriftlicher Kündigung habe sie versucht den Betriebsrat zu gründen. Das sei möglicherweise ein Missbrauch des Kündigungsschutzes für Betriebsratsgründungen.

"Ich will mit der Betroffenen reden und mir beide Seiten anhören. Sollte die Kündigung tatsächlich wegen der Gründung des Betriebsrates ausgesprochen worden sein, ist sie zurück zu nehmen. Wenn nicht, dann bleibt sie aufrecht, dann müssen eben die Gerichte entscheiden", argumentierte Hauslauer. Husslein sagte, sie sei mit der Arbeit der Mitarbeiterin nicht zufrieden gewesen, diese habe dem Museum Schaden zugefügt. Die Kündigung habe nichts mit der Betriebsratsgründung zu tun.

"Unglückliche Hand"

Die Gründung des Betriebsrates im Rupertinum sei, so Haslauer, im Gange, das dauere jetzt eben ein paar Monate. Die schriftliche Aufforderung von Kulturreferent Landeshauptmann Stellvertreter Othmar Raus, die Kündigung zurückzunehmen, sei der Sache nicht dienlich, Raus sei einseitig informiert, erklärte Haslauer. Raus erneuerte seine Aufforderung und ergänzte, Husslein habe zum wiederholten Mal eine unglückliche Hand in Personalangelegenheiten bewiesen. Das sei nicht nur rechtlich bedenklich, sondern für ein konstruktives Arbeitsklima sehr schädlich, so Raus. Den Grünen warf Haslauer heute vor, mit ihrer Rücktrittsforderung gegen Husslein nichts als "politisches Kleingeld" münzen zu wollen.

Konfliktreiche Geschichte

Seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2001 war die Museumschefin wiederholt in Konflikte mit ihren Mitarbeitern verwickelt, manche Posten im Museum sind in den vergangenen drei Jahren mehrfach umbesetzt worden. Mit ihrem Führungsstil habe das allerdings nichts zu tun, es gebe ein gutes, produktives Arbeitsklima im Rupertinum, so Husslein: "Ja, ich verlange viel von meinen Mitarbeitern, wir haben auch ungeheuer viel zu tun. Wem das Arbeitstempo im Rupertinum zu hoch ist, verlässt das Haus eben. Ich sehe da nichts besonderes." (APA)

Share if you care.