Pröll lehnt Vorstellungen zur Reform des Zuckermarkts ab

1. Juli 2004, 18:48
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Landwirtschaftsminister: EU-Kommissionsvorstellungen gehen bei Quoten- und Preiskürzungen "absolut zu weit"

Wien - Landwirtschaftsminister Josef Pröll lehnt die vor zwei Tagen bekannt gewordenen Vorstellungen zur Reform des EU-Zuckermarkts ab. Der an die Öffentlichkeit gedrungene Entwurf, der offenbar die Unterstützung von Agrarkommissar Franz Fischler genießt, gehe "in der Frage der Quoten- und Preiskürzungen absolut zu weit", meint Pröll am Freitag im "Agrarischen Informationszentrum" (AIZ). Er sei für eine Reform der Zuuckermarktordnung, aber nur wenn sie den betroffenen Bauern die Möglichkeit biete, entsprechend zu planen. Dies sei aber in den derzeitigen Vorstellungen "nicht gegeben". Definitiv will Pröll erst Position beziehen, wenn der offizielle, von der gesamten Kommission getragene Entwurf vorliegt.

Neues Zuschuss System geplant

Wie berichtet will die Kommission bereits im Juli 2005 und damit ein Jahr vor dem Auslaufen der derzeitigen Zuckermarktordnung ein neues Zuschusssystem einzuführen. Der seit Jahren geltende Interventionspreis von 632 Euro pro Tonne soll abgeschafft werden und durch einen um ein Drittel niedrigeren Referenzpreis ersetzt werden. Der Entwurf sieht eine Kürzung der von der EU bezuschussten Absatzmengen (Quoten) nach einer dreijährigen Übergangszeit um 16 Prozent auf 16,4 Mio. Tonnen Zucker pro Jahr vor.

Der einzige verbliebene österreichische Zuckerproduzent, die Agrana, hat am Donnerstagabend gewarnt, dass eines ihrer drei österreichischen Werke von der Schließung bedroht sei, sollte die Marktordnung wie vorgeschlagen in Kraft treten. (APA)

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