Online-Wettbüros wurden vor Fußball-EM erpresst

5. Juli 2004, 10:50
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Cracker legten angeblich Server von mybet.com lahm

Mehrere Online-Wettbüros sind nach einem Bericht einer Computerzeitschrift vor der Fußball-EM in Portugal von Hackern erpresst worden. Zum Start des Wettbewerbs hätten Internet-Wettagenturen per E-Mail Forderungen in Höhe von 15.000 Dollar (12.500 Euro) erhalten, berichtete das Computermagazin "c't" am Freitag. Dabei sei mit einem Angriff auf die Website gedroht worden. Dass die Drohung ernst zu nehmen war, stellte demnach das Online-Wettbüro mybet.com mit Sitz in Malta vor drei Wochen fest. Bei diesem sei der Internet-Auftritt mit einem gezielten Angriff über die massenhafte Bombardierung mit Anfragen 16 Stunden lahm gelegt worden.

Ident

Laut "c't" bekamen mindestens zwei große britische Wettbüros wortgleiche Erpresser-Mails. Der Zeitschrift zufolge ist der Druck bei solchen Attacken auf die Betreiber groß, weil sie vor und während der Fußball-Europameisterschaft hohe Umsätze verbuchen. Bei einem mehrstündigen Ausfall der Server könnten die Einbußen schnell die geforderte Summe übersteigen.

Ablauf

Der Zeitschrift zufolge werden die Angriffe von so genannten Botnets ausgeführt: Tausende mit "trojanischen Pferden" infizierte Windows-Rechner schicken dabei Datenpakete an die gleiche Zieladresse und überfordern so den Server. Für die Ermittler sei es schwierig, die Verantwortlichen dingfest zu machen, weil dies nur mittels internationaler Kooperation gelingen könne. Angeblich wurden die Angriffe auf die Wettbüros laut "c't" zu großen Teilen aus Osteuropa und Lateinamerika gesteuert. (APA)

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"c't"

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