50.000-Euro-Auszeichnung für Raoul Schrott

2. Juli 2004, 11:47
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Joseph-Breitbach-Preis für virtuoses "Spiel mit verschiedenen Epochen und Protagonisten" des Autoren

Wien - Der österreichische Schriftsteller Raoul Schrott (40) erhält den Joseph-Breitbach-Preis 2004. Das gab die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz heute, Freitag, bekannt. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis soll am 26. September im Stadttheater Koblenz verliehen werden. Die Jury strich in ihrer Begründung Schrotts "räumlich-zeitlichen Kosmopolitismus" und sein virtuoses "Spiel mit verschiedenen Epochen und Protagonisten" hervor.

Der Literaturpreis wird seit 1998 nach dem Willen des 1980 verstorbenen Autors Joseph Breitbach vergeben. Bisherige Preisträger waren u.a. Ilse Aichinger, W.G. Sebald, Markus Werner, Thomas Hürlimann und Robert Menasse. Im vergangenen Jahr wurden Herta Müller, Harald Weinrich und Christoph Meckel ausgezeichnet.

Werdegang

Der am 17. Jänner 1964 in Landeck/Tirol (oder, nach seiner "erzählerischen Version", auf einem Schiff im Atlantik) geborene Lyriker, Erzähler und Übersetzer Schrott wuchs in Tunis und Landeck auf. Nach dem Studium der Literaturwissenschaften in Norwich, Paris, Berlin und Innsbruck arbeitete er als Sekretär des Surrealisten Philippe Soupault in Paris. Bevor er sich 1997 am Institut für Komparatistik in Innsbruck habilitierte, war er als Lektor im Fachbereich Germanistik/Istituto Orientale, Neapel, tätig. Schrott lebt in Irland.

An Auszeichnungen erhielt er bisher u.a. den Preis des Landes Kärnten beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 1994, den Leonce-und-Lena-Preis der Stadt Darmstadt 1995, den Peter-Huchel-Preis 1999 und den Förderungspreis für Literatur 2002. Seit 2002 ist Schrott korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Schrott veröffentlichte unter anderem die Gedichtbände "Hotels" (1995) und "Tropen"(1998), die Anthologie "Die Erfindung der Poesie" (1997), die Novelle "Die Wüste Lop Nor" (2000) sowie die Romane "Finis terrae" (1995) und zuletzt "Tristan da Cunha" (2003). (APA)

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