Hunde spüren epileptische Anfälle von Kindern vorab

2. Juli 2004, 20:06
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Es ist unklar, welche Hinweise die Tiere verarbeiten - spezielles Training für Hunde geplant

Toronto/Wien - Kanadische Wissenschafter fanden jetzt in einer Studie Hinweise, dass manche Hunde tatsächlich epileptische Anfälle von Kindern vorab spüren und möglicherweise vor Verletzungen bewahren. Nun planen die Wissenschafter ein spezielles Training für die Tiere, berichtet die Wissenschaftsszeitschrift "New Scientist".

Forscher um den Neurologen Adam Kirton vom Alberta Children's Hospital gingen in ihrer Untersuchungen bis dahin unbestätigten, aber oft geäußerten Behauptungen von Hundehaltern nach. Sie baten Familien mit an Epilepsie erkrankten Kindern, die gleichzeitig Hunde hatten, um entsprechende Berichte über das Verhalten ihrer Vierbeiner bei Anfällen. Die Teilnehmer mussten dabei Fragebögen ausfüllen.

Anzeichen

42 Prozent der betroffenen Familien gaben an, dass die Hunde sehr wohl auf Anfälle reagierten. Von neun Hunden behaupteten die Besitzer, dass sie Epilepsie-Anfälle Minuten bis Stunden vorher erahnen und so die Familie auch warnen. Die Tiere machen etwa dadurch auf sich bzw. auf den bevorstehenden Anfall aufmerksam, indem sie winseln, auffallend lecken oder auch nur dem betroffenen Kind nicht von der Seite weichen.

Mit welchen Sinnen die Hunde zu ihren Vorahnungen kommen, welche feinen Hinweise sie verarbeiten, ist derzeit noch unklar. Es könnten - für den Menschen unmerkbare - Verhaltensänderungen der Kinder im Vorfeld eines Anfalls ebenso sein, wie etwa Gerüche, die durch verstärktes Schwitzen entstehen könnten.

Alles in allem berichten Familien, die über derart sensible Hunde verfügen, dass sie mit dem Problem Epilepsie besser fertig werden. Auch den Kindern selbst gibt es eine gewisse Sicherheit, wenn sie vor einem Anfall gewarnt werden. Nun planen die kanadischen Forscher ein spezielles Training für Hunde. (APA)

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