Ifo-Geschäftsklimaindex eingebrochen

6. Juli 2004, 09:34
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Unternehmen bewerten im Juni aktuelle Geschäftslage und Aussichten überraschend schlechter - Binnennachfrag stagniert

München - Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juni überraschend auf den tiefsten Stand seit September 2003 eingebrochen. Dabei bewerteten die befragten Unternehmen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Geschäftsaussichten schlechter als im Vormonat.

Der Ifo-Index fiel auf 94,6 von revidiert 96,0 Punkten im Mai, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Freitag mitteilte. "Die neuen Umfrageergebnisse sprechen dafür, dass die konjunkturelle Aufwärtsentwicklung noch immer nicht durchgreifend gefestigt ist", erklärte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

Binnennachfrage stagniert

Die nach wie vor positiven Exporterwartungen belegten zwar, dass Deutschlands Exportindustrie dem stürmischen weltweiten Konjunkturaufschwung folge. "Die Binnennachfrage stagniert aber noch, weil die Beschäftigung sich immer mehr von der Produktion abkoppelt", erklärte Sinn.

Volkswirte hatten im Schnitt mit einem leichten Anstieg des Index auf 96,4 Zähler gerechnet. Der Teilindex zur Lageeinschätzung fiel auf 93,2 von 94,4 Punkten, wie das Ifo weiter mitteilte. Der Teilindex zu den Geschäftserwartungen fiel auf 96,0 von revidiert 97,7 Punkten.

Alle untersuchten Bereiche betroffen

Nach Angaben des Ifo verschlechterten sich in allen vier untersuchten Bereichen - Verarbeitendes Gewerbe, Bau, Groß- und Einzelhandel - die Einschätzung der aktuellen Lage und die Geschäftserwartungen. Besonders ausgeprägt sei die Eintrübung im Einzel- und im Großhandel gewesen. (APA/Reuters)

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