Ed Fagan klagt auch Deutschland

1. Juli 2004, 12:07
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Über 2000 geraubte Gemälde sollen noch im Besitz des Staates seien

Berlin - Ed Fagan behauptete am Mittwoch in Berlin, dass mehr als 2000 von den Nationalsozialisten geraubte Gemälde noch im Besitz des deutschen Staates seien und überreichte dem Finanzministerium eine Klageschrift vor US-Gerichten mit Forderungen in Höhe von 18 Milliarden Dollar. Dem US-Anwalt, der die von ihm gegründete Opferorganisation Ahvram (Association of Holocaust Victims for Recovery of Artwork and Masterpieces) vertritt, dient als Grundlage für die Klage ein Urteil des Supreme Court: In diesem wird die Zuständigkeit von US-Gerichten im Streit um sechs Klimt-Bilder zwischen Maria Altmann und der Republik Österreich anerkannt.

Reaktion des Finanzministerium

Der Versicherungswert der heute noch im Besitz des Bundes befindlichen Kunstwerke liege bei etwa 60 Millionen Euro, so das deutsche Finanzministerium in einer Stellungnahme. Seit Kriegsende seien mehr als eine Million Kunstgegenstände zurückgegeben worden. Die Annahme, alle Gegenstände der so genannten Linzer Sammlung, die von den Nationalsozialisten zusammengetragen wurde, seien unrechtmäßig erworben worden, treffe nicht zu. Bei der Prüfung von Restitutionsansprüchen wende der Bund die Grundsätze der Washingtoner Konferenz über Vermögenswerte aus der NS-Zeit an, heißt es in der Stellungnahme des Finanzministeriums. "Der Bund ist unverändert bestrebt, verfolgungsbedingt entzogene Kunstgegenstände den Erben der Eigentümer zurückzugeben." So habe der Bund seinen Kunstbesitz durch die im Internet öffentlich zugängliche Datenbank LostArt.de auch offen gelegt. (dpa / DER STANDARD, Printausgabe, 25.6.2004/ red)

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