Ultranationalistische Rabbiner verbieten Räumung von Siedlungen

27. Juni 2004, 15:14
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Religiöser Erlass richtet sich an Sicherheitskräfte

Jerusalem - Eine Gruppe ultranationalistischer Rabbiner hat einen religiösen Erlass verkündet, der die Räumung jüdischer Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten durch israelische Sicherheitskräfte verbietet. "Niemand hat das Recht, sich an der Evakuierung einer Siedlung zu beteiligen, ob Zivilist, Polizist oder Soldat", heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Erklärung des "Komitees der Rabbiner von Judäa-Samaria (Westjordanland) und Gaza". Zugleich verurteilte die von Rabbiner Dov Lior geleitete Gruppe erneut den Gaza-Rückzugsplan des israelischen Regierungschefs Ariel Sharon und rief zu einem Protestgebet an der Klagemauer in Jerusalem auf.

Ein Politiker von Sharons Likud-Block verurteilte den Erlass der Rabbiner. Dieser komme einem Aufruf zum zivilen Ungehorsam gleich, sagte der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Äußeres und Verteidigung, Yuval Steinitz. (APA)

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