Via Salis - eine Erlebnistour

    19. Juni 2004, 13:49
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    Bergbau, Salz und Kunstwerke im Salzkammergut

    Was immer man über das Salz und dessen Gewinnung im Salzkammergut wissen möchte, erfährt man am besten auf der "Via Salis", einem höchst interessanten und abwechslungsreichen Rundwanderweg bei Altaussee. Bei 23 Stationen wird Interessantes und Kurioses über die Geschichte des Bergbaus und die immense Bedeutung des Salzes in der Vergangenheit und in der Gegenwart vermittelt. Die Informationsschilder weisen auf alte Stolleneingänge, auf Spuren der römischen Straßen hin, geben Auskunft über alte Ruinen, heutige und frühere Abbau- und Transportmethoden.

    Der absolute Höhepunkt ist die "Salzwelt Altaussee", das Schaubergwerk mit seinen vielen Attraktionen wie Schatzkammer und unterirdischer Seebühne. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges diente das Bergwerk als bombensicheres Depot für viele Kunstwerke, etwa die Madonna von Michelangelo. Die Schätze sollten durch Sprengung vernichtet werden, doch retteten beherzte Menschen die rund 6500 Gemälde und Skulpturen vor der Zerstörung.

    Aber nicht nur Vergangenes und Gegenwärtiges rund um den Salzbergbau locken zu einer Wanderung auf der Via Salis, die Route führt durch eine beeindruckend schöne Landschaft, die immer schon die Künstler und Ästheten angezogen hat. So wählten beispielsweise Gustav Mahler, Johannes Brahms oder Hugo von Hofmannsthal das Land um Altaussee für ihren Sommersitz.

    Die Runde weist keine Schwierigkeiten auf, nur der Abstieg nach dem höchsten Punkt ist etwas steil. Bei der Ausrüstung sollte man den Gang in die salzige Unterwelt berücksichtigen, für die Führung im Schaubergwerk braucht man festes Schuhwerk und warme Kleidung. Außerdem sollte man sich viel Zeit nehmen.

    Die Route führt von Altaussee über Reith, die Ruine Pflindsberg und den Moosberg zum Schaubergwerk. Man steigt dann in das Tal des Augstbaches ab und kehrt durch dieses zum Ausgangspunkt zurück.

    Die reine Gehzeit beträgt etwa drei Stunden, wobei man einen Höhenunterschied von rund 350 m zu bewältigen hat. Das Schaubergwerk ist von April bis Oktober ab 10 Uhr geöffnet, aus Sicherheitsgründen sind Kinder unter vier Jahren ausgeschlossen. Es gibt einen kleinen, gut gemachten Prospekt "Via Salis - Wandern auf den Spuren des Salzes", der eine genaue Wegskizze und alle notwendigen Angaben enthält. Auch der Besuch des dem Schaubergwerk angeschlossenen Museums zahlt sich aus. (DER STANDARD, Printausgabe vom 19./20.6.2004)

    Von
    Bernd Orfer
    • Altaussee
      foto: tiscover

      Altaussee

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