Deutschland: Mobilfunkanbieter zu teuer

4. Juli 2004, 18:30
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Verbindungsentgelte zwischen Mobil- und Festnetz könnten günstiger werden

Deutsche Mobilfunkanbieter haben hohe Tarife, wenn sie Anrufe aus dem Festnetz ins Mobilfunknetz weiterleiten. Festnetzanbieter verlangen von Mobilfunkbetreibern hingegen um einiges weniger, wenn ein Anruf von einem Handy ins Festnetz geht. Mittelfristig droht nun eine von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post erzwungene Absenkung dieser "Terminierungsentgelte", berichtet die FAZ . Mobilfunkanbieter lukrieren jährlich zwischen 15 und 25 Prozent durch diese Entgelte. Sollte die Behörde regulierend eingreifen, würde dies gravierende Umsatzeinbußen bedeuten. Der Anteil der Terminierungsentgelte betrug vergangenes Jahr wischen 3,15 Mrd. und 5,25 Mr. Euro.

Talk, Talk, Talk

Derzeit verlangen Mobilfunkanbieter zwischen 15 und 19 Cent pro Minute und Festnetzanbieter hingegen nur zwischen 0,59 und 1,5 Cent. Dies erkläre auch die hohen Preise von Telefonaten aus dem Festnetz in ein mobiles Netz. Die angebotenen Tarife für netzinterne Gespräche bei mobilen Anbietern sind mittlerweile deutlich günstiger als die der Festnetzbetreiber aufgrund der hohen Terminierungsgebühren. Deutsche Unternehmen gehen mittlerweile so weit, dass sie ihren Mitarbeitern empfehlen, Gespräche in Mobilfunknetze nicht mehr vom Festnetztelefon, sondern vom Mobiltelefon aus zu führen.

Festnetzanbietern und Mobilfunkbetreibern

In zwei Verfahren vor der deutschen Regulierungsbehörde gibt es bereits einige Konflikte von Festnetzanbietern mit Mobilfunkbetreibern um diese Entgelte. Hierbei geht es um die grundsätzliche Zusammenschaltung der Festnetze mit den Mobilfunkbetreibern. Einige deutsche Festnetzanbieter können mit Mobilfunkbetreibern in der Frage der Zusammenschaltung keine Einigung erzielen. Die Streitfrage ist in allen Fällen der Preis. Erst wenn der Disput nicht konfliktfrei gelöst werden kann und einer der Kontrahenten eine marktbeherrschende Stellung im relevanten Markt einnimmt, tritt der Regulierer auf.

Absenkung der Entgelte

In Großbritannien und den Niederlanden existieren bereits Absprachen der Mobilfunkunternehmen mit den Regulierungsbehörden, die eine deutliche Absenkung der Terminierungsentgelte für Gespräche in Mobilfunknetze vorschreiben. Auch in Frankreich wird inzwischen über eine stufenweise Absenkung der Entgelte um bis zu 50 Prozent in den kommenden drei Jahren nachgedacht.

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Laut österreichischer Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH sind die Netzkosten bei Mobilnetzen wesentlich höher als Kosten der Festnetznetzbetreiber und daher gestalten sich auch die Terminierungsentgelte der Mobilfunkanbieter anders als die der Festnetznetzbetreiber. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sehen - genauso wie in Deutschland - generell vor, dass privatrechtliche Einigungen vor Anordnungen der Telekom-Control-Kommission (TKK) zu gehen haben. Der Regulator darf ausschließlich auf Antrag entscheiden und die Anordnung der TKK ersetzt erst eine im Vorfeld nicht zustande gekommene Einigung. Auch in der Alpenrepublik sind Verfahren anhängig, ergab eine Anfrage von pressetext.austria. Details darüber dürfen seitens der TKK aber nicht bekannt gegeben werden. (pte)

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