Österreichs Biotope auf der "Roten Liste"

2. Juli 2004, 20:40
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Sie enthält 90 Prozent der Biotop-Typen - immerhin noch kein erfasster Lebensraum völlig verschwunden

Wien - So genannte Rote Liste für gefährdete Tiere und Pflanzen sind weithin bekannt. Weniger bekannt sind dagegen Aktivitäten am Umweltbundesamt (UBA), das Gefährdungspotenzial auch von verschiedenen Lebensräumen zu beurteilen und zu katalogisieren. Die nun fertig gestellte Erfassung der Kategorien "Grünland, Grünlandbrachen und Trockenrasen", "Hochstauden- und Hochgrasfluren, Schlagfluren und Waldsäume" sowie "Gehölze der Offenlandschaft, Gebüsche" ist beunruhigend: 90 Prozent der Biotop-Typen musste einer Gefährdungskategorie zugeordnet werden.

"Salztrockenrasen", "Ufergehölzstreifen", "Mädesüßflur" oder "Nährstoffarmer trocken-warmer Waldsaum über Karbonat" - so exotisch die Namen der verschiedenen Lebensräume auch klingen mögen, sie alle sind Heimat teils ganz bestimmter Tiere und Pflanzen. Und ein effizienter Schutz der Lebewesen ist ohne den Schutz ihrer bevorzugten Umwelt unmöglich.

Einstufungen

Mit den Kategorien "Bodensaure Pfeifengraswiese", "Karbonat-Sandtrockenrasen", "Silikat-Sandtrockenrasen" und "Lösstrockenrasen" sind insgesamt vier Biotoptypen als "von völliger Vernichtung bedroht" eingestuft. 34 Typen sind "stark gefährdet" und 14 immer noch "gefährdet". Als "ungefährdet" sind lediglich einige Lebensräume des "nährstoffreichen Gründlandes sowie dessen Brachestadien" anzusehen.

Die Ursachen für die beunruhigende Situation der meisten Lebensräume sind fast ebenso vielfältig wie die Biotope selbst und reichen von Flurbereinigungen über Verbauungen, Aufforstungen und flussbauliche Maßnahmen bis hin zu Verdrängungen durch ortsfremde Arten. Immerhin, völlig verschwunden ist von den erfassten Lebensräumen in Österreich noch keiner. (APA)

"Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen Österreichs - Gründland, Grünlandbrachen und Trockenrasen - Hochstauden- Hochgrasfluren, Schlagfluren und Waldsäume - Gehölze des Offenlandes und Gebüsche", Monographie M-167 des Umweltbundesamts, Neuer Wissenschaftlicher Verlag GmbH
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