Caroline von Monaco gewinnt gegen Paparazzi: Straßburg rügt deutsche Rechtsprechung

1. Juli 2004, 23:32
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Richter entschieden, Veröffentlichung von Bildern aus Privatleben verstoße gegen Menschenrechtskonvention

Caroline von Monaco hat in ihrem Kampf gegen Paparazzi-Fotos in deutschen Illustrierten vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof einen Erfolg erzielt. Die Straßburger Richter entschieden nach Angaben vom Donnerstag, die Veröffentlichung von Bildern aus ihrem Privatleben verstoße gegen Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention, der das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens schützt.

Deutsche Rechtsprechung gerügt

Dagegen hatte das Bundesverfassungsgericht 1999 die deutsche Rechtsprechung bestätigt, wonach Prominente als so genannte Personen der Zeitgeschichte die Veröffentlichung von Bildern mit gewissen Einschränkungen auch ohne ihre Einwilligung hinzunehmen haben. Das Persönlichkeitsrecht verlange nicht, "die einwilligungsfreie Veröffentlichung auf Bilder zu beschränken, die die Person in Ansehung ihrer Funktion zeigen". Der Menschenrechtsgerichtshof urteilte nun, die Öffentlichkeit habe kein legitimes Interesse zu erfahren, wo sich Caroline von Hannover aufhalte und wie sie sich in ihrem Privatleben verhalte.

Veröffentlichung in der "Bunten"

Die Prinzessin war bis vors Verfassungsgericht in Karlsruhe gezogen, um gegen Fotos von ihr beim Reiten, Radfahren oder Einkaufen vorzugehen. Die Aufnahmen waren 1993 von der "Bunten" veröffentlicht worden. Das BVG wies ihre Verfassungsbeschwerde in diesen Fällen zurück und rügte lediglich die Veröffentlichung von Bildern Carolines mit ihren Kindern. (APA/AP)

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