Ab 2006 sollen alle Österreicher digital unterschreiben können

5. Juli 2004, 11:33
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Bankomatkarte mit Chip mehr als ein Mittel zur Bargeldabhebung - Heuer werden 3,1 Millionen Karten ausgetauscht, ohne neuen Chip

Rechtsgültige Unterschriften und amtliche Behördenwege sollen spätestens zum Jahreswechsel 2005/2006 für alle Österreicher auch digital über das Internet möglich sein. Der Schlüssel dazu ist die Bankomatkarte (Maestro-Karte), die derzeit rund 5,5 Mio. Österreicher besitzen. Sie wird in Zukunft als "Bürgerkarte" mittels "digitaler Signatur" mehr als nur ein Mittel zur Bargeldbehebung, erklärte Mittwoch Abend Europay Austria-Geschäftsführer Peter Neubauer vor Journalisten. Der Start verläuft allerdings kompliziert.

Keine Verpflichtung

Eine Verpflichtung, die Signatur auch frei zu schalten, gibt es nicht. Neubauer geht davon aus, dass Ende des nächsten Jahres rund 600.000 Österreicher die Funktion nützen werden. Besonders Unternehmen, die viel Kontakt mit Behörden hätten bzw. bei denen der Auftraggeber die Unterschrift unter Aufträge digital verlangt, würden auf die neue Technik setzen. So müssten bereits jetzt Bau-Auftragnehmer bei den ÖBB digital signieren. Derzeit sind rund 20.000 Signaturkarten im Umlauf, so Neubauer.

Neue Bankmatkarten

Wenn heuer in der zweiten Jahreshälfte jede zweite Bankomatkarte ausgetauscht wird, dann bleibt der Magnetstreifen zwar weiter für den internationalen Zahlungsverkehr erhalten, wird aber in Österreich nicht mehr benötigt, da die Technologie bereits früher durch den sichereren Chip ersetzt wurde. Um die Karte aber auch für die digitale Signatur aufzurüsten, muss der derzeitige Chip gegen einen neuen ersetzt werden, für den es derzeit Lieferprobleme gibt, so Europay. Wer also digital unterschreiben will, muss sich ab Jahresende 2004 eine neue Karte besorgen.

Teurer Spaß

Zu den rund 18 Euro Jahresgebühr für die Maestro-Karte kommen dann noch 15 Euro pro Jahr für die elektronische Unterschrift. Außerdem benötigt der Nutzer noch ein Kartenlesegerät, das derzeit im Handel rund 70 Euro kostet. Laut Neubauer wird es aber eine Förderungsaktion von Finanzministerium und Europay geben, wonach 200.000 Kartenleser zum Preis von 15 Euro abgegeben werden. Dabei soll aber nur 10 Euro pro Gerät gefördert werden, weil man bei Europay davon ausgeht, dass durch die hohe Stückzahl an Kartenleser die Preise ohnehin auf 25 Euro je Stück sinken. Vertrieben wird das Gerät unter anderem im Elektrohandel und über die Post.(APA)

  • Peter Neubauer, Geschäftsführer der europay Austria.
    foto: europay austria

    Peter Neubauer, Geschäftsführer der europay Austria.

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