Gipfel gescheitert: Betriebsrat kündigt Betriebsversammlungen an

1. Juli 2004, 10:48
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In 14 Tagen weitere Gespräche - Postbus-Chefin Goldmann: Betriebsversammlungen schaden Unternehmen und Mitarbeitern

Wien - Nach zweieinhalbstündigen Verhandlungen ist Donnerstagnachmittag das Gipfeltreffen zur Teilprivatisierung von Post und Bahnbus ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach (F), der vom Gipfeltreffen im Vizekanzleramt direkt zu Bundespräsident Thomas Klestil eilte, um mit ihm die FPÖ-Regierungsumbildung zu klären, sprach von "konstruktiven Gesprächen", die in 14 Tagen weiter geführt werden sollen. Betont wurde, dass ein im Raum stehender Streik nächste Woche abgewendet werden konnte.

Überraschend positive Worte für den Minister fand Postbus-Betriebsrat Robert Wurm, wenngleich er auch in der Sache hart blieb. Laut Wurm habe das ÖBB-Management von Gorbach den "klaren Auftrag erhalten, unsere Vorschläge durchzurechnen". Er blieb aber bei seiner Forderung nach einem Stopp der geplanten Teilprivatisierung und kündigte schon für nächste Woche Betriebsversammlungen während der Dienstzeit an. Sollte es zu einem Streik kommen, sei dies ohnehin erst im Herbst geplant, betonte er.

Für Postbus-Chefin Wilhelmine Goldmann sind die angekündigten Betriebsversammlungen der falsche Weg. "Das schadet nur dem Unternehmen und den Mitarbeitern", so Goldmann. Sie betonte, dass die Gespräche "wesentlich sachlicher" verliefen als das von Wurm nach dem Gipfel darstellt wurde. ÖBB-Chef Rüdiger vorm Walde meinte nach dem Gipfel, man sei auf einem "guten Weg. Es gab diesmal kein Klima des Drohens", so vorm Walde.(APA)

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