Endspurt für Sparkassen-KV

1. Juli 2004, 13:40
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Die Anfangsgehälter werden deutlich in die Höhe geschraubt, dafür soll es künftig statt 34 nur noch neun automatische Gehaltssprünge geben

Wien - Die Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag (KV) im Sparkassensektor laufen wie geschmiert. Die Konturen des leistungsbezogenen Gehaltssystems für rund 26.500 Mitarbeiter sind bereits zu sehen. Die Anfangsgehälter werden spürbar angehoben, dafür fällt ein Großteil der jährlichen Gehaltsvorrückungen. "Es ist möglich, dass der neue KV ab 2005 gilt", so GPA-Verhandlungsführerin Claudia Kral-Bast.

Wie berichtet wollen Sparkassenverband und Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) das starre Gehaltssystem reformieren. Den Arbeitgebern sind die jährlichen Gehaltssprünge der schmerzhafteste Dorn im Auge; ihre Personalkosten lägen um 15 Prozent über jenen der Konkurrenz. Das stimme zwar nicht, so Kral-Bast, aber: "Es geht derzeit nicht um Zahlen."

Unkündbarkeit wird fallen

Explizit aus den KV-Gesprächen ausgenommen ist das Definitivum. Die Chefs der Sparkasse BA-CA haben ihre Crew informiert, dass die (im KV verankerte) Unkündbarkeit fallen wird. Kral-Bast: "Will der Vorstand darüber reden, muss er sich mit der GPA in Verbindung setzen."

Die wichtigsten Punkte der komplexen Reform: Statt sieben soll es acht (A bis H) Beschäftigungsgruppen geben. Derzeit sind 70 Prozent der Beschäftigten in den ersten drei Gruppen, das soll besser verteilt werden. "Kleine" Kundenbetreuer fürs Massengeschäft sollen in Gruppe D aufsteigen; ihre Einstiegsgehälter (um die 1400 Euro) sollen so um rund ein Viertel steigen.

Je besser, desto teurer

Im Gegenzug werden die 34 jährlichen Gehaltssprünge durch schlanke neun ersetzt. Zwar gibt es in den ersten drei Dienstjahren weiter jeweils eine Gehaltserhöhung, aber: Ab dem fünften Dienstjahr gibt es automatische Vorrückungen nur noch alle vier Jahre. Und: Je besser einer ist, desto schneller kann er mehr verdienen, denn die Gehaltserhöhungen können vorgezogen werden.

Fazit: Die Einkommenskurve steigt nicht mehr 34, sondern maximal 25 Jahre; besonders gute Mitarbeiter können den Weg zum Höchstgehalt auf 15 Jahre abkürzen. Für die Zeit bis zur Pension gibt es Extraboni.

Klappt es mit der Reform, so schaut für die Arbeitgeber wohl erst längerfristig etwas dabei raus: Arbeitet die Belegschaft gut, so können die Sparkassen wenig Personalkosten einsparen - aber höhere Erträge einfahren. Gelten wird der neue KV nicht nur für Neue. Attraktive Lockangebote sollen dafür sorgen, dass "wir möglichst alle Mitarbeiter ins neue System holen können", so Kral-Bast. (Renate Graber/DER STANDARD Printausgabe, 24.06.2004)

  • Anfangs mehr, dafür später fair - so lautet die Devise für Gehaltserhöhungen im nächsten Sparkassen-Kollektivvertrag. In Kraft treten wird er schon nächstes Jahr.
    foto: der standard/matthias crema

    Anfangs mehr, dafür später fair - so lautet die Devise für Gehaltserhöhungen im nächsten Sparkassen-Kollektivvertrag. In Kraft treten wird er schon nächstes Jahr.

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