Tiscali braucht dringend Kapital

15. Juli 2004, 16:59
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Internetprovider gibt neue Aktien aus

Der italienische Internetdienstleister Tiscali erhöht sein Grundkapital um zehn Prozent. Wie die Hauptversammlung jetzt beschlossen hat, wird Tiscali bis Jahresende 37 Mio. neue Aktien ausgeben. Bei einem Kurs von 3,6 Euro pro Papier entspricht die Kapitalaufstockung etwa 130 Mio. Euro.

Mailänder Finanzanalysten zufolge reicht dies aber nicht aus, um die Unabhängigkeit des Serviceproviders zu garantieren. Auch aus diesem Grund rechnen unternehmensnahe Kreise mit einer Beschleunigung des von Präsident Renato Soru angekündigten Verkauf ausländischer Tochtergesellschaften.

Tochterunternehmen abstoßen

Soru hatte vor wenigen Wochen präzisiert, dass Tochtergesellschaften in der Schweiz, Norwegen, Schweden und Südafrika abgestoßen werden. Dadurch sollen weitere 100 Mio. Euro in die Kasse fließen.

Die Tätigkeiten in Österreich stünden nicht unmittelbar vor dem Verkauf, er schließe aber mittelfristig eine Veräußerung nicht aus. Tiscali hat Ende März Verbindlichkeiten von 653 Mio. Euro ausgewiesen. Im Juli 2005 ist die Rückzahlung einer Unternehmensanleihe von 250 Mio. Euro fällig.

Der nach T-Online und Wanadoo drittgrößte europäische Serviceprovider wird das Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts für Altaktionäre erhöhen. Dies beweise die große Eile, die Tiscali habe, damit Geld in die Kasse fließe, betonen Analysten in Mailand. (DER STANDARD Printausgabe, 24.06.2004)

Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand

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