Erbauer von Stonehenge gefunden

1. Juli 2004, 00:11
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Nachweis gelang durch Analyse des Zahnschmelzes der Toten

London/Hamburg - Der Mythos um den britischen Steinkreis bekommt Futter, mehr als 20.000 Esoteriker, Druiden und New-Age-Fans, die zur Feier der Sommersonnenwende am Montag nach Stonehenge gekommen waren, und viele andere dürften jubeln: Sieben Menschen, deren Skelette gefunden wurden, gehörten neuen Untersuchungen und einem Bericht des "Spiegel" zufolge zu den Erbauern der geheimnisvollen Anlage.

Die "Boscombe Bowmen", benannt nach ihrem Fundort Boscombe Down, wurden vor rund 4300 Jahren be- und im Vorjahr wieder ausgegraben. Dass sie am Bau von Stonehenge beteiligt gewesen waren, belegen Analysen des Zahnschmelzes der Toten. Zähne speichern nämlich während ihres Wachstums den chemischen Fingerabdruck der Umgebung, in der ihr junger Besitzer aufwächst.

Forscher des British Geological Survey fanden im Zahnschmelz der "Bowmen" (vier erwachsene Brüder und drei Kinder) große Mengen an radioaktivem Strontium. Und da die Herkunft der bis zu zwanzig Meter hohen Steine weit gehend geklärt ist - einige auffällige Brocken, die wegen ihrer Farbe so genannten Blue Stones, wurden aus den 250 Kilometer entfernten Preseli-Hügeln in Wales herangeschafft, einer Region mit besonders starker natürlicher Radioaktivität -, folgern die Forscher: Die "Bowmen" stammen aus dieser Region, kamen im Zusammenhang mit dem Bau des Steinkreises nach Stonehenge.(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24. 6. 2004)

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