Aktion Scharf gegen Schwarzarbeit

23. Juni 2004, 17:37
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Aktionstag deckte 34 Bau-Schwarzunternehmer auf - Weitere Aktionen angekündigt - Auch Transport- und Dienstleistungsbereich im Visier der Fahnder

Wien - Das Finanzministerium verschärft ihren Kampf gegen die Schwarzarbeit. Im ersten landesweiten Aktionstag zur Betrugsbekämpfung prüften gestern 875 Mitarbeiter der Steuer- und Zollverwaltung knapp 2.000 Bau-Unternehmen in ganz Österreich.

Heute, Mittwoch, präsentierte Finanzminister Karl-Heinz Grasser vor Journalisten das Ergebnis: "Wir haben 34 Schwarzunternehmen aufgedeckt, es gab 135 nicht ordnungsgemäß Beschäftigte", das seien beachtliche 5 Prozent der überprüften 2.875 Arbeitnehmer.

Gegen die beanstandeten Unternehmen wurden Forderungen im Ausmaß von 7,2 Mio. Euro erhoben. Im Visier der Fahnder standen gestern vor allem kleine und mittlere Betriebe, für Großunternehmen seien andere Ressourcen erforderlich.

Generalprävention

Ziel der Aktion war laut Grasser die "Stärkung der Generalprävention in einer gefährdeten Branche", zudem sei das Zusammenwirken der zuständigen Organisationseinheiten erfolgreich durchgespielt worden.

"Mit solchen Methoden kann man in Österreich nicht tätig sein", fasst Grasser zusammen. In Zukunft sollen ähnliche Aktionen auch bei Transport- und Dienstleistungsunternehmen (etwa Reinigung) durchgeführt werden, kündigte der Minister an.

Der "Schutz redlicher Wirtschaftsteilnehmer" sei ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung von Arbeitsplätzen, zum fairen Wettbewerb zwischen Unternehmen und schütze auch die finanziellen Interessen der Republik. Das sei zum Schutz letztlich auch des Standortes Österreich.

100,4 Milliarden Stück Zigaretten

Im Jahr 2003 habe das Finanzamt im Rahmen der Betrugsbekämpfung 100,4 Mrd. Stück geschmuggelter Zigaretten und 41,8 Kilo Suchtmittel beschlagnahmt. Bei 21.170 Kontrollen seien 5.690 illegal beschäftigte Ausländer ausfindig gemacht worden. Knapp 100.000 durchgeführte Außenprüfungen hätten der Republik ein "Mehrergebnis" von 1,3 Mrd. Euro beschert. (APA)

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    Gegen die 34 beanstandeten Unternehmen wurden Forderungen im Ausmaß von 7,2 Millionen Euro erhoben.

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