"Schachspielender Türke" und 3D-Reise neu im technischen Museum

4. Juli 2004, 18:22
posten

Die zwei Virtual Reality-Installationen kommen direkt aus der Forschung

Das Technische Museum ist um zwei Attraktionen reicher: Eine computergenerierte Version der legendären Täuschungsmaschine "Der Schachspielende Türke" und eine neue Reise durch virtuelle Räume werden den Besuchern in der Abteilung "medien.welten" geboten. Die Neuerungen sind direkt aus der Forschung in die Ausstellungsräume gewandert, sagte Entwickler Michael Gervautz bei einer Pressekonferenz am Mittwoch: "Die Strecke von der Innovation und dem Herzeigen wurde so kurz wie möglich gehalten."

Täuschung

Beim "Schachspielenden Türken" handelte es sich um eine Konstruktion, mit der der österreichische Erfinder Wolfgang von Kempelen eine automatisch spielende Schachpuppe vortäuschte. Dieses Wunder der Technik, gegen das sogar Napoleon ein Spiel gewagt und verloren haben soll, funktionierte mit einem schaustellerischen Trick, erklärte Otmar Moritsch vom Technischen Museum: In dem Kasten unter dem Schachbrett saß ein Mann mit einem kleinen Schachbrett und vollzog die Züge nach. Mittels Feinmechanik steuerte er dann die Bewegungen der einem Türken nachempfundenen Puppe am Tisch. Die Bewegungen des Gegenspielers erkannte er mit Hilfe von Magnetplättchen, die beim Anheben der Figuren herunterfielen.

Verbrannt

Das Original verbrannte 1854 in Philadelphia, seine virtuelle Wiederbelebung erfolgt 200 Jahre nach dem Tod Von Kempelens in dem Wiener Museum. Dies ist auch eine Demonstration der Möglichkeiten so genannter virtueller Schaufenster: Mit Hilfe von Projektionen könnten in einer solchen Vitrine beispielsweise die Muskelstränge auf einem Dinosaurierschädel gezeigt werden, ohne diesen wirklich zu verändern, wurde erklärt. Vor allem für Museen ein interessanter Aspekt, glaubt Gervautz: "Solche Dinge bringen die Geschichten auf eine ganz andere Art und Weise, viel erlebnishafter herüber."

Beim "Schachspielenden Türken" kann der Spieler die Figuren am Bildschirm bewegen, ohne diese wirklich zu berühren. Kameras tasten die Bewegungen und Handhaltung ab und übertragen sie ins System. Damit kann sogar zwischen Links- und Rechtshändern unterschieden werden, so der Entwickler. In dem wegen eines defekten Projektors derzeit nicht möglichen Vollmodus soll auch die Darstellung des Türken spektakulär sein: Mit Hilfe von 3D-Effekten steht er dann mitten im Raum, so Gervautz.

In einen dreidimensionalen Raum versetzt

Bei der zweiten Innovation, der Show "Spielräume", werden die Zuschauer in einen dreidimensionalen Raum versetzt, in dem sie auf einer für die Sinne beeindruckenden Reise durch Tunnels und Gänge verschiedene Objekte mittels Laserstabs "abschießen" müssen. Auch eine Art Memoryspiel für den Cyberspace wird bei der Attraktion, die sich vorwiegend an ein jüngeres Publikum richten soll, geboten.(APA)

Share if you care.