Übler Messias-Scherz lockte hunderte muslimische Pilger nach Essen

4. Juli 2004, 18:22
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Und zwar in die Frauenklinik - GErücht über Chatroom verbreitet

Ein übler Scherz im Internet über die angebliche Geburt eines neuen Messias hat dem Essener Universitätsklinikum einen unerwarteten Pilgerstrom beschert. Ein Unbekannter hatte vor Wochen in einem Chatroom verbreitet, eine bei der Geburt gestorbene türkische Frau sei von den Toten auferstanden, um ihren von Allah auserwählten Sohn zu stillen und die Menschheit zurück auf den richtigen Weg zu bringen. Hunderte Muslime nahmen die Botschaft für bare Münze und pilgerten zur Frauenklinik.

Belagert

Die Abteilung war zeitweise von bis zu 100 Gläubigen belagert. Die Klinikleitung musste zwischenzeitlich die Polizei und einen Wachdienst um Unterstützung bitten, um die Station gegen uneinsichtige Gläubige abzuschirmen.

"Wir haben die Geschichte der Öffentlichkeit zunächst verschwiegen, um Patientinnen nicht abzuschrecken"

"Wir haben die Geschichte der Öffentlichkeit zunächst verschwiegen, um Patientinnen nicht abzuschrecken", sagte am Mittwoch Klinik-Sprecher Burghard Büscher. Inzwischen sei der Pilgerstrom jedoch abgeebbt. Die Klinik und auch der Friedhof hätten glaubhaft versichern können, dass es keine außergewöhnlichen Vorgänge gegeben habe. (APA/dpa)

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