Fonds: Langfristperformance im Abwärtstrend

22. Februar 2005, 20:13
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Anleger sollten sich im nächsten Jahr nicht verwirren lassen - Denn die Fünf-Jahres-Performancezahlen der meisten Aktienfonds werden rasant schlechter werden - Eine Analyse von e-fundresearch

Sie gelten sehr oft als Meßlatte für Fonds: Langfristige Performancezahlen, absolut oder relativ zum Vergleichindex bzw. am besten risikoadjustiert anhand der Sharpe Ratio.

Neben den Ergebnissen über ein bzw. drei Jahre werden aber vor allem Zeiträume über fünf Jahre für die Auswahl eines Fonds bzw. die Beurteilung des Fondsmanagements herangezogen.

Trotz Gewinne in den letzten 18 Monaten - langfristig noch im Minus

In den letzten Monaten konnte man mit Aktienfonds wieder Gewinne erzielen und die zukünftige Entwicklung ist für Anleger weitaus wichtiger als die Vergangenheit. Fehler der Vergangenheit sollten sich nicht wiederholen.

Die Qualitätsanforderungen für Berater steigen und die Lernkurve der Anleger zeigt ebenfalls nach oben. Die letzten fünf Jahre waren allerdings für Anleger, Berater und Fondsgesellschaften keine leichten. Denn seit dem Jahr 2000 liegen Aktienfonds durchwegs im Minus.

Der MSCI World Index etwa liegt seit Juni 1999 mit insgesamt 20 Prozent bzw. -3,7 Prozent pro Jahr im Minus. Sein Hoch erreicht der bekannteste Weltaktienindex im September 2000 zusammen mit dem amerikanischen S&P 500 Index.

Etwas früher brachen Technologiewerte ein: die amerikanische Nasdaq fiel seit dem 10. März 2000 um immerhin noch -68,7 Prozent. Japanische Aktien stiegen noch bis zum Mai 2000, ebenso wie der MSCI Asia Pacfic Free ex Japan.

Was heißt das nun für den Anleger?

In der Vorschau betrachtet werden die 5-Jahres-Performancezahlen - je nach Aktienkategorie und Investmentregion - zwischen März und September 2005 ihren Tiefststand erreichen. Denn bis dorthin müssen die Kurse über den "Performancegipfel" des Jahres 2000.

Die Höchststände von damals sind dann die Startzeitpunkte für die 5-Jahresperformance im Jahr 2005. Das kann durchaus drastische Verschlechterungen zur Folge haben, wie folgendes Beispiel zeigt:

Aus -36 werden -71 Prozent

Der mittlerweile fast 760 Mio. USD. große Technologiefonds ACM International Technology erzielte in den letzten fünf Jahren -36 Prozent oder -6,3 Prozent p.a. Geht man von gleich bleibenden Kursniveaus bis zum März 2005 aus, so verändert sich die 5-Jahres-Performance auf -71 Prozent oder -11,4 pro Jahr.

Eine Veränderung von -35 Prozent oder -5,1 Prozent p.a. Der Technologiefonds von ACM zählt zu den größten und bekanntesten Fonds in diesem Segment. Eine ähnliche Entwicklung wird man aber bei nahezu allen Technologiefonds und einem Großteil der internationalen Aktienfonds bzw. Aktiendachfonds beobachten können.

Qualität vor Quantität

Von solchen Veränderungen sollten sich Anleger aber nicht verwirren lassen. Bei der quantitativen Analyse von Fonds empfiehlt es sich verschiedene Zeiträume wählen. Die Regel: je länger, desto besser und aussagekräftiger sind die Daten.

Vergessen sollte man dabei aber auf keinen Fall den Fondsmanagers als Person. Ein Wechsel im Fondsmanagement kann hier weitreichende Änderungen nach sich ziehen und langfristige Vergleichzeiträume des Fonds damit nahezu wertlos machen.

Risikoadjustierte Kennzahlen, wie Sharpe bzw. Information Ratio sind zudem sinnvoll. Denn auch diese ändern sich weniger abrupt als absolute Performancezahlen. Bei der Fondsanalyse gilt es solche Fakten zu berücksichtigen.

Ab Herbst 2005 wieder positiver

Die Überwindung des Performancegipfels des Jahres 2000 wird Fondsberater und -verkäufer im nächsten Jahr noch einiges an Information und Erklärung abverlangen. Spätestens ab Herbst 2005 werden jedoch die fallenden Kurse des Jahres 2000 die 5-Jahresperformance laufend verbessern und die Verkaufsunterlagen wieder stärker zum Glänzen bringen.

Sollten dann auch noch die Aktienkurse im nächsten Jahr steigen, ergibt sich ein doppelt positiver Effekt. Das Startniveau 2000 wird laufend gedrückt und führt bei steigenden Kursen zu deutlich besseren 5-Jahresrenditen für Aktienfonds.

Fondsgesellschaften werden ab Herbst 2005 aufatmen können. Und aus heutiger Sicht wird sich das Problem eines extremen Performancegipfels für den Gesamtmarkt nicht mehr so schnell ergeben - bei einzelnen Fonds und Aktien ist dieses Phänomen allerdings immer wieder zu beobachten.

Performancedaten per 18.6.2004 in Euro Datenquelle: Lipper

Den gesamten Artikel mit Chart finden Sie hier.

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