Verfahren gegen Ex-Vivendi-Chef eingeleitet

2. Juli 2004, 15:42
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Untersuchungsrichter beschuldigen Jean-Marie Messier der Kursmanipulation und der Falschinformation

Zwei Tage nach der Festnahme des früheren Vivendi-Universal-Chefs Jean-Marie Messier hat die französische Justiz ein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zwei Untersuchungsrichter beschuldigten Messier nach einer ersten Anhörung der Kursmanipulation, der Falschinformation und des Missbrauchs "sozialer Güter", wie Mittwochfrüh aus Justizkreisen in Paris verlautete.

Bilanz-Fälschungen

Der 47-jährige Messier war Montag Früh in Paris festgenommen worden und in Gewahrsam gekommen. Am späten Dienstagabend begannen die U-Richter ihre Anhörung. Die französische Justiz geht mutmaßlichen Bilanz-Fälschungen nach, die während Messiers Tätigkeit als Firmenchef erfolgt sein sollen.

Der französisch-amerikanische Medienkonzern Vivendi-Universal hatte allein 2002 Verluste von 23,3 Milliarden Euro verzeichnet. Messier war am 3. Juli 2002 entlassen worden, als das Unternehmen am Rande der Zahlungsunfähigkeit stand. Umstritten sind auch die Abfindungszahlungen, die er sich damals zusichern ließ.(APA)

Mehrere Vivendi-Manager sollen Börsen-Informationen manipuliert haben. Ende März wurden gegen den früheren Vize-Schatzmeister von Vivendi, Blondet, und gegen Finanzchef Dupont-Lhotelain Ermittlungen eingeleitet.(APA/ag.)

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