Design als Erfolgsfaktor

1. Juli 2004, 11:53
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Podiumsdiskussion über Wettbewerbsvorteil durch Gestaltung

Wien - Design hat das Zeug zum wirtschaftlichen Erfolgsfaktor - waren sich am vergangenen Montag die Fachleute im Rahmen einer Podiumsdiskussion einig. Wie damit allerdings in der Praxis österreichischer Unternehmen umgegangen wird, war die grundlegende Fragestellung der Marktstudie Trencomm 2004, deren Ergebnisse in den Räumlichkeiten des STANDARD im Palais Trauttmansdorff diskutiert wurden.

"Visuelle Strategien"

Tanja Sourek von der Telekom Austria AG, Ullrich Granser von Siemens, PR-Fachmann Christian Kollmann, Werber Eduard Böhler, Peter Deisenberger von der Designagentur "Buero 16" sowie STANDARD-Autor Michael Freund stellten sich unter anderem die Frage nach der Entwicklung von "visuellen Strategien" in heimischen Unternehmen. Initiatoren der Trencomm 2004 sind Design Austria, "Buero 16", die PR-Agentur "communication matters" sowie die Werbeagentur "Wien Nord Pilz".

Basis war eine vom Marktforschungsunternehmen "Sensor" durchgeführte Untersuchung, die die Frage nach der heimischen Design-und Markenkultur stellte. 51 Unternehmen beantworteten 17 Fragen. Allein diese Firmen repräsentieren kumuliert ein Wirtschaftsvolumen von circa 20 Milliarden Euro.

Zerlegt wurde der Designbegriff dabei in alle möglichen Untersparten von Corporate Identity, Corporate Design, Branding über Public Relations, Werbung bis hin zu Faktoren wie Direct Marketing. Untersucht wurde die Relevanz dieser Teilbereiche, wobei den Befragten in der Unternehmenskommunikation Corporate Design und Corporate Identity am wichtigsten erschienen. Weiters zur Analyse kamen die Entwicklung der Kommunikationsbudgets und die generell sehr positive Einstellung zum Thema Design, was jedoch nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass laut Studie Design nur für 27 Prozent der Unternehmen als sehr wichtig und für 37 Prozent der Befragten als wichtig eingestuft wird.

Unsicherheit bei Unternehmen

Basierend auf den Ergebnissen der Trencomm 2004 wurden Thesen entwickelt, welche durch Empfehlungen ergänzt wurden, die den eigentlichen Nutzen der Untersuchung liefern sollen. Eine These lautet, dass Österreichs Unternehmen visuelle Identität zwar für wichtig halten, aber unsicher sind, was die konkrete Umsetzung im eigenen Unternehmen betrifft. Die gewinnende Bedeutung von strategischen Kommunikationsdisziplinen wurde ebenso konstatiert wie die Tatsache, dass der Weg zu durchgängigem Design in Österreich noch nicht klar vorgezeichnet ist. Hier empfehlen die Macher der Trencomm wie auch die Diskutanten verstärkt konstruktive, vernetzende Zusammenarbeit der beteiligten Dienstleister sowie das Erkennen einer Querschnittsmaterie im Design. (maik, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.06.2004)

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