Überleben der Swiss immer ungewisser

5. Juli 2004, 16:36
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Nach gescheitertem Beitritt zur Oneworld-Allianz sind Aussichten der Schweizer Airline düster - Leiden unter hohen Treibstoffpreisen

Bern - Die Luft für die Schweizer Fluggesellschaft Swiss wird dünn: Der Beitritt zur Oneworld-Allianz ist gescheitert und im laufenden Geschäftsjahr sind schwarze Zahlen unrealistisch. Die Aussichten auf eine doch noch rosige Zukunft schwinden rasant. Derzeit leidet die Swiss mehr als andere Airlines unter den hohen Treibstoffpreise: Sie hatte im ersten Quartal ihre Treibstoffabsicherung, den so genannten "Fuel Hedge", für 20 Mio. Franken (13,26 Mio. Euro) verkauft. Zwar brachte das eine kurzfristige Besserung der Liquidität, erweist sich nun aber als Bumerang, sagt Airline-Spezialist Thorsten Ramm. "Das war aus heutiger Sicht dumm. Die 20 Mio. Franken hat die Swiss nun ohnehin wieder verloren, weil sie auf die Vorteile des Hedge verzichtet hat und nun höhere Kosten bewältigen muss."

Zweifel

Thorsten Ramm zweifelt an der viel geäußerten Meinung, die Swiss könnte mit Hilfe der Lufthansa den Turnaround schaffen. "Die Lufthansa wird Bedingungen stellen, und diese werden für die Swiss nicht einfach zu schlucken sein", sagt Ramm. "Internationale Strecken im großen Stil in Zürich zu behalten, dürfte dem entgegenlaufen, was die Lufthansa derzeit in München macht. Dort baut sie ihr zweites Drehkreuz neben Frankfurt mit internationalen Verbindungen kräftig aus", erklärt Ramm. "Für die Swiss sehe ich kaum noch eine Chance, in Zukunft alleine weiterzumachen", sagt Ramm. An ein Überleben der Swiss zumindest bis Jahresende glaubt Ramm: "Irgendwo muss Geld herkommen. Entweder von einem Partner, oder aber vom Staat." (sda, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.06.2004)

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