Flugverkehr in Österreich 2003 um 5,6 Prozent gestiegen

5. Juli 2004, 16:36
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Austro Control rechnet mit weiteren sechs Prozent Wachstum 2004 - Gebühren sollen langfristig auf 60 Euro gesenkt werden - Weiterer Personalabbau angekündigt

Wien - Das Aufkommen im Luftverkehr in und über Österreich ist trotz der Einbußen durch den Irak-Krieg und Sars im vergangenen Jahr 2003 um 5,6 Prozent auf insgesamt 864.493 Flugbewegungen leicht gestiegen. Die Zahlen für die ersten fünf Monate 2004 lassen auf eine nachhaltige Erholung in der Luftfahrt schließen, so der Vorstandsvorsitzende der Austro Control GmbH (ACG), Christoph Baubin, heute, Dienstag, vor Journalisten in Wien. Von Jänner bis Mai zählte die Austro Control mit 345.652 Flugbewegungen bereits um 8,9 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2003.

Plus 12,4 Prozent in Wien-Schwechat

Überproportional zu diesem Wachstum trage der Flughafen Wien Schwechat mit einem Plus um 12,4 Prozent von Jänner bis Mai (gemessen in Landungen) bei, so Baubin. Die Flughäfen in den Bundesländern verzeichneten außer Salzburg (minus 0,9 Prozent) und Innsbruck (minus 2,9 Prozent) ebenfalls deutliche Zuwächse. "Für das laufende Jahr rechnen wir mit einem weiteren Plus im gesamten Luftverkehr von rund sechs Prozent", ist Baubin zuversichtlich. "Für den Air Traffic ist die Schwächephase voraussichtlich vorbei."

Trotz des vermehrten Verkehrsaufkommens stagnierten die Umsätze aus den Flugbewegungen mit 1,83 Millionen verrechneter Einheiten im Jahr 2003 auf dem Niveau von 2002. Die Umsätze werden in der Flugsicherung in den Gebühreneinheiten Service Units gemessen. Der Gesamterlös des Unternehmens belief sich auf 176 Mio. Euro (plus 4,3 Prozent).

Gebührensenkung

Im kommenden Jahr werde Austro Control die Unit Rates - also die Gebühren pro 100 Flugkilometer eines 50 Tonnen schweren Flugzeugs - voraussichtlich auf 69 Euro senken. Erst im Mai dieses Jahres hat die ACG angekündigt, die Gebühren bis 2010 von derzeit 71,48 auf 60 Euro senken zu wollen, um damit im europäischen Flugverkehr wettbewerbsfähig zu bleiben.

Im Europa-Vergleich heben derzeit nur die Flugsicherungen in der Schweiz, Belgien, Deutschland, Großbritannien, Slowenien und FYROM (Mazedonien) höhere Gebühren ein. Die Reaktion der Airlines auf diese Kosten sei das Ausweichen auf "günstigere" Überflugsstaaten wie Tschechien oder Ungarn, so Baubin.

Personalabbau geht weiter

Trotz der verschärften Wettbewerbsbedingungen hielt die ACG das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) deutlich positiv bei 3,63 Mio. Euro im Vergleich zu 4,70 Mio. Euro 2002. Möglich sei dies durch eine Reduktion vor allem der Personalkosten gewesen, lenkt der ACG-Chef ein: "In diesem Jahr werden wir die Zahl der Mitarbeiter von 950 auf 920 reduzieren, mittelfristig wollen wir bei 860 Mitarbeitern halten."

Nachholbedarf bei Pünktlichkeit

Die Sicherheit im Flugverkehr müsse trotz Effizienzsteigerung Ziel Nummer eins bleiben, versichert der Vorstand für Flugverkehrsmanagement Johann Zemsky. Obwohl es noch kein vergleichbares Messsystem für "signifikante Sicherheitsereignisse" in Relation zum Verkehrsaufkommen gebe, liege Österreich mit hochgerechnet 2,9 derartiger Vorkommnisse pro 100.000 Flüge jedoch deutlich unter anderen europäischen Ländern. Nachholbedarf ortet Zemsky hingegen bei der Pünktlichkeit: Einer Studie zufolge haben rund neun Prozent der Flüge innerhalb der AUA-Gruppe pro Tag am Flughafen Schwechat Verspätungen aufgewiesen.

Kontrollzentrale in Fischamend

Seit April dieses Jahres ist die EU-Verordnung zur Vereinheitlichung des internationalen Air Traffic Managements in Kraft, die langfristig die Schaffung eines "Single European Sky", also grenzübergreifende Luftraumblöcke ab 8.700 Meter Flughöhe, vorsieht. Als erster Schritt könnte noch in diesem Jahr der mitteleuropäische Überwachungsraum CEATS (Central European Air Traffic Services) zu Stande kommen. Baubin ist zuversichtlich, dass nach Österreich, Tschechien, Slowakei und Ungarn noch in diesem Jahr ein fünftes Mitgliedsland das Abkommen ratifizieren werde. Die gemeinsame CEATS-Kontrollzentrale soll in Fischamend in Niederösterreich errichtet werden. (APA)

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    Von Jänner bis Mai 2004 zählte die Austro Control mit 345.652 Flugbewegungen bereits um 8,9 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2003.

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