Doppelt so viel Studierende, doppelt so viel Geld

7. Juli 2004, 00:39
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Fachhochschul-Entwicklungs- und Finanzierungsplan passierte den Ministerrat - Ziel soll bis 2010 erreicht sein

Wien - Die Zahl der Studienplätze an Fachhochschulen (FH) soll von derzeit 22.000 um 50 Prozent auf 33.000 im Jahr 2010 steigen. Das sieht der vom Bildungsministerium ausgearbeitete FH-Entwicklungs- und Finanzierungsplan III vor, der heute, Dienstag, den Ministerrat passiert hat. Dazu sollen jährlich zusätzlich 300 neue Anfängerplätze genehmigt werden. Nach zehn Jahren des Ausbaus und des dynamischen Wachstums im FH-Sektor stehe nun die qualitative Weiterentwicklung im Mittelpunkt, erklärte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) in einer Aussendung. Der Plan wird mit 1. Oktober 2005 wirksam und gilt bis 2010.

Im laufenden Studienjahr gibt es in 136 FH-Studiengängen 22.000 Studienplätze, davon mehr als 7.000 für Anfänger. Sowohl die Zahl der Studienplätze als auch jene der Studiengänge hat sich innerhalb der vergangenen vier Jahre mehr als verdoppelt. Bisher haben 10.155 Personen ein FH-Studium abgeschlossen, fast 90 Prozent der Absolventen fänden innerhalb kürzester Zeit eine passende Beschäftigung, erklärte Gehrer, die diese Zahlen aus der jüngsten Absolventenstudie als Bestätigung der Qualität der Ausbildung betrachtet. "Fachhochschulen bieten als regionale Bildungsmotoren für die Wirtschaftsentwicklung beste praxisorientierte Ausbildung und somit exzellente Chancen am Arbeitsmarkt für Studierenden", so Gehrer.

Neben dem quantitativen Ausbau setzt der neue FH-Plan vor allem auf eine qualitative Weiterentwicklung. So soll zur Stärkung des Innovationspotenzials der österreichischen Wirtschaft ein Ausbildungsschwerpunkt in den Bereichen Technik und Naturwissenschaften gesetzt werden. Dazu werden künftig jene Erhalter und Standorte, an denen Studiengänge in diesen Sektoren angeboten werden, vorrangig durch weitere Ausbauschritte gestärkt, um die Zahl der Absolventen von technisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen zu steigern.

Weitere Schwerpunkte, die mit dem neuen Entwicklungsplan gesetzt werden sollen, betreffen den Aufbau von angewandter Forschung und Entwicklung an den Fachhochschulen, die Stärkung der Internationalisierung sowie der überregionalen Attraktivität der Studiengänge, eine Steigerung des Frauenanteils (derzeit 38 Prozent) sowie der berufsbegleitenden Bildungsangebote an FH und eine Erhöhung der Durchlässigkeit des Bildungssystems. So sollen die FH-Erhalter Maßnahmen setzen, damit mehr Studierende mit Berufsreife- oder Studienberechtigungsprüfung ein FH-Studium beginnen.

Die Bundesförderung für den FH-Sektor soll bis 2010 von derzeit insgesamt 107 auf 200 Mio. Euro steigen. (APA)

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