Raststättentest: Unhygienische Toiletten, nicht familienfreundlich

6. Juli 2004, 11:59
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Europaweit wurden 62 Stationen getestet, davon sechs in Österreich

Der Service, das Personal und das Essen ist auf Österreichs Raststätten hui, der Zustand der Außenlagen und die Hygiene der Toiletten eher pfui. Das ergab ein europaweiter Test, bei dem 62 der Stationen - davon sechs in der Alpenrepublik - geprüft wurden. Gelobt wurden die Österreicher für ihr Warenangebot im Shop. Doch die Familienfreundlichkeit, der Zugang für Behinderte, die Kommunikation speziell über die Verkehrslage und die Verkehrssicherheit auf den Parkplätzen ließen zu wünschen übrig, vermeldete der ÖAMTC am Dienstag in einer Aussendung.

Durchgeführt wurde die Überprüfung von "Eurotest", einer zentralen Organisation der führenden europäischen Automobilclubs, in der auch der ÖAMTC oder der deutsche ADAC aktiv mitwirken.

Hygiene steht nicht hoch im Kurs

Als Sieger der heimischen Raststätten ging "Suben West" an der Innkreisautobahn (A8) hervor. Das Experten-Team von Eurotest vergab als Gesamtnote ein "gut" und lobte besonders die Servicebereitschaft des Personals. Hauptkritikpunkt war die mangelnde Hygiene in den Toilettenanlagen. Die Raststätten "Ansfelden Nord" und "Kasern" an der Westautobahn (A1), "Arnwiesen" an der Südautobahn (A2) und "Gralla Ost" an der Pyhrnautobahn (A9) schafften nur die Note "ausreichend". Die Tester zeigten sich zwar mit dem gastronomischen Angebot und mit dem Service zufrieden. Hygiene steht in diesen Raststätten allerdings auch nicht hoch im Kurs, alle wiesen grobe Mängel bei der Sauberkeit der Toiletten auf.

Rot-weiß-roter Testverlierer war die Raststätte "Matrei Ost" an der Brenner Autobahn (A13). Mangelnde Hygiene in der Toilettenanlage, schlechte Kommunikation über die Verkehrslage und der schlechte Zustand der Außenanlage brachten ein "mangelhaft" als Gesamtnote.

Österreich hinter Deutschland

Im internationalen Vergleich liegt Österreich mit diesem Testergebnis gleich hinter Deutschland, wo vor allem die großen Autohöfe nicht zuletzt wegen ihrer günstigen Preise punkten konnten. In Österreich wurde nur die Raststätte "Suben West" als preiswert eingestuft. Überhöhte Preise stellte das Experten-Team bei den französischen, britischen und in den Schweizer Raststätten fest. Sieger in der Kategorie "Preise" war die slowenische Raststätte Tepanje.

Besonderen Wert wurde bei diesem Test der Familienfreundlichkeit beigemessen. Mit einem enttäuschenden Ergebnis: 40 Prozent der 62 geprüften Raststätten sind in dieser Kategorie durchgefallen. Bedenklich auch das Ergebnis der Untersuchung von Wickelauflagen: In fast 15 Prozent der Fälle fanden sich darauf pathogene Keime (APA/red)

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