Netze im Leasingverfahren

2. Juli 2004, 15:47
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Cisco will mehr in Sicherheitsfragen mitmischen

Eine ähnliche Entwicklung bei der Finanzierung von Netzwerken wie bei Rechnern beobachtet der Österreich-Chef von Cisco Systems, Günther Brand: "Immer mehr Firmen bevorzugen ein Leasingmodell. Da können sie nämlich ihre monatlichen Kosten fix einkalkulieren."

Reaktion

Der Netzwerkspezialist Cisco hat auf diese Entwicklung reagiert, indem eine eigene Leasingtochter für Europa installiert wurde, die von Irland aus agiert und mit Partnern zusammenarbeitet. In Österreich wickelt die Verträge die Bank Austria ab.

Die Hinwendung zu dieser Finanzierungsform begründet Brand auch damit, dass langfristige Verträge von bis zu zehn Jahren immer seltener werden und die Verträge nur mehr bis zu drei Jahren abgeschlossen werden. "Dann gibt es eine neue Applikation, die mehr Bandbreite benötigt", so Brand. Kostenpunkt: Pro (Internet-)Telefon 20 Euro im Monat, inklusive Service.

Sicherheit

Bei Sicherheitsfragen will der Netzwerkspezialist künftig stärker mitmischen. "Wir werden kein Virenspezialist, aber wir werden künftig unsere Produkte mehr mit Sicherheitskomponenten ausstatten", sagt Brand, "denn eine IT-Sicherheitspolitik betrifft nicht nur den PC selbst, sie betrifft auch das Netzwerk."

Cisco hat dafür kürzlich den kalifornischen Hersteller Riverhead Network um 39 Millionen US-Dollar (32 Millionen Euro) übernommen, der Hardware herstellt, mit der eine "Denial-of-Service-Attacke", eine Art Massen-Spam-Attacke, abgewehren kann. "Das Gerät funktioniert wie eine Datenwaschmaschine und wird entweder im Unternehmen oder beim Serviceprovider aufgestellt", erklärt Brand. Wenn festgestellt wird, dass von außerhalb eines Firmennetzwerkes eine Attacke kommt, wird dieser schädliche Datenverkehr erkannt und abgeleitet, sodass die normalen Rechnertransaktionen nicht beeinflusst werden.

Strategisch

Für Cisco ist die Akquisition von Riverhead Teil einer Strategie, die auf ein so genanntes "Self Defending Network" abzielt, also ein Netzwerk, in dem böswilliges Verhalten automatisch erkannt wird und selbstständig gegengesteuert werden kann. Etwa indem der Systemadministrator über außergewöhnliche Aktivitäten im Netz informiert wird. (Johanna Ruzicka / DER STANDARD Printausgabe, 22.06.2004)

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