Österreich ist Fußball-Europameister - und zwar beim Robo-Kick

4. Juli 2004, 18:22
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TU Wien-Team "Austro-Tech" besiegte Slowenien im Finale mit 12:3

Wer hätte das gedacht: Österreich ist Fußball-Europameister - allerdings nicht bei den zweibeinigen, sondern den beräderten Roboter-Kickern. "Austro-Tech", ein Team der Technischen Universität (TU) Wien, besiegte in der Königsklasse, der "Large size League", Slowenien im Endspiel mit 12:3 (Pausenstand 3:3). Die Roboter Fußball EM 2004 der Federation of International Robot-soccer Association (FIRA) ging in der Vorwoche bei der Messe München im Rahmen der "Automatica" über die Bühne.

Kantenlänge von 7,5 Zentimeter

Das Institut für Handhabungsgeräte und Robotertechnik (IHRT) der TU Wien war mit dem siegreichen Team "Austro-Tech" in der "large size League" (sieben gegen sieben Robos) und mit dem Team "Austro-Music" in der "mid size League" (fünf gegen fünf) vertreten. Die Spieler sind würfelartige Gebilde mit einer Kantenlänge von 7,5 Zentimeter. Das Spielfeld ist 150 mal 180 Zentimeter (mid size) bzw. 180 mal 210 Zentimeter (large size). Als Ball dient ein handelsüblicher Golfball.

Erkenntnisse

Die Roboter eines Teams werden von einem PC gesteuert, der sich 90 Mal pro Sekunde über eine Kamera über die Situation am Spielfeld informiert. Der Computer übermittelt seine Befehle an die Würfel über Funk. Entscheidend ist, das die Robos bzw. der Computer während des Spieles völlig autonom handeln, die menschlichen Trainer dürfen während der Spielzeit nicht eingreifen. Der Roboterfußball ist damit nicht nur Spielerei, sondern eine echte Herausforderung für Wissenschafter und Techniker. Die Erkenntnisse, welche die Fußballer effektiver und besser machen, kommen auch ganz allgemein der Robotertechnik zu Gute.

Schon vor dem Finale hatten die neuen Europameister Klasse bewiesen und alle Vorrundenspiele mit einem rekordverdächtigen Verhältnis von 37:1 Toren für sich entschieden. Im Halbfinale besiegte das Team Deutschland mit 6:1. Auch in der "mid size League" heimsten die TU-Wissenschafter um Institutsvorstand Peter Kopacek mit dem 3. Platz einen Achtungserfolg ein.(APA)

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