"Bedrohung der Sicherheit des Staates"

1. Juli 2004, 23:36
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Israelisches Einreiseverbot für britischen Journalisten

Das israelische Innenministerium hat ein Einreiseverbot gegen den britischen Journalisten Peter Hounam (60) erlassen, der im Mai wegen eines Interviews mit dem so genannten Atomspion Mordechai Vanunu festgenommen worden war. Wie ein Sprecher des Ministeriums am Montag in Jerusalem erklärte, gehe man davon aus, dass Hounams Tätigkeit eine "Bedrohung der Sicherheit des Staates" darstelle. Er war vom Inlandsgeheimdienst Shin Beth festgenommen worden, weil er Videobänder mit mehreren Stunden Gesprächsmaterial mit Vanunu aufgenommen haben soll.

Hounam hatte 1986 in der Zeitung "Sunday Times" Details über das geheime Atomwaffenprogramm Israels veröffentlicht, die Vanunu bei seiner Arbeit im Reaktorzentrum Dimona gesammelt hatte. Vanunu war im vergangenen April nach 18 Jahren Gefängnis unter strengen Auflagen des israelischen Geheimdienstes freigelassen worden. Er darf nicht mit ausländischen Staatsbürgern sprechen und keine Interviews geben. Der Atomexperte war von Agenten des Geheimdienstes Mossad aus Rom entführt worden. Israel ist als einziges Land in der Region nicht dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten. (APA/AFP)

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