Analysten zurückhaltend

28. Juli 2004, 11:24
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BA-CA: TA würde sehr gut zur Swisscom passen - Aktienkauf derzeit "heiß", Gewinnmitnahmen erwartet

Wien - Ein APA-Rundruf bei den heimischen Telekom-Analysten zu den seit Freitagabend neu aufgeflammten Spekulationen über einen Verkauf der börsenotierten Telekom Austria (TA) an den Schweizer Ex-Monopolisten Swisscom brachte ein durchaus unterschiedliches Ergebnis. "Wo Rauch ist, ist auch Feuer - oder zumindest eine Glut, aber man kann derzeit nur wild spekulieren", so Raiffeisen-Analystin Claudia Vince-Bsteh.

Eher skeptisch ist Bank-Austria-Creditanstalt-Chefanalyst Alfred Reisenberger. Er geht jedenfalls davon aus, dass an dem TA-Aufsichtsratsbeschluss, 17 Prozent an institutionelle Investoren (Banken, Versicherungen, Fonds usw.) zu verkaufen, festgehalten wird. "Diese Stücke werden der Swisscom nicht angeboten, ich rechne damit, dass die 17 Prozent in den nächsten Wochen an der Börse platziert werden", so Telekomexperte Reisenberger.

"Klarer Übernahmekandidat"

Erste Bank-Analyst Konrad Sveceny sieht die Telekom auf Grund ihrer Größe und der Konzentration im europäischen Telekommarkt hingegen als klaren Übernahmekandidaten. Der in der Tageszeitung "Die Presse" vom Samstag kolportierte Kaufpreis von bis zu 15 Euro je Aktie komme jedenfalls nicht unerwartet, habe doch die Staatsholding ÖIAG als Eigentümerverteter im März von einer Spanne von 15 bis 16 Euro gesprochen. Für die Swisscom wäre die TA laut Sveceny ein passender Partner, da die Telekom in Südosteuropa sehr gut aufgestellt sei. Die TA-Tochter Mobilkom Austria betreibt in Slowenien und Kroatein jeweils ein Mobilfunknetz.

Die Attraktivität der Telekom würde noch weiter steigen, wenn der bulgarische Mobilfunkbetreiber MobilTel - wie kolportiert - gekauft würde, da der Handymarkt dort noch erhebliche Zuwachsraten verspreche. Laut Sveceny sollen die Gespräche der TA mit MobilTel bald wieder beginnen. Für einen Einstieg der Schweizer in Österreich spreche demnach auch die "nicht sehr effiziente Bilanzstruktur" der Swisscom, denn zu viel Cash zu haben sei auch nicht immer gut, so der Erste Bank-Analyst.

Keine Kaufempfehlung

Eine Kaufempfehlung für die TA-Aktien wollte Sveceny nicht abgeben, ein Einstieg zum jetzigen Zeitpunkt sei "heiß", könnte sich aber noch lohnen. Dies hänge wesentlich davon ab, wie schnell ein möglicher Kauf über die Bühne gehe. Dauert es lange, könnten einige Investoren ihre Gewinne mitnehmen. (APA)

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