Exkommunizierte Bischöfinnen weihen Diakoninnen

8. Juli 2004, 13:37
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Erneut Weihefahrt auf einem Donauschiff - Große Nachfrage nach Eheschließungen durch Priesterinnen

Linz - Zwei Jahre nach der vieldiskutierten Weihe von sieben Katholikinnen zu "Priesterinnen" durch einen illegalen argentinischen "Bischof" auf einem Donauschiff in Oberösterreich wollen zwei inzwischen zu Bischöfinnen aufgestiegene Frauen am kommenden Samstag sechs Diakoninnen weihen. Die Weihe soll wieder auf einem Schiff erfolgen. Das berichtete das "Neue Volksblatt" in seiner Montag-Ausgabe. Federführend bei der neuerlichen Weihe-Aktion wird ein bereits exkommuniziertes Trio sein: Die Linzer Lehrerin Christine Mayr-Lumetzberger und die bayrische Religionsphilosophin Gisela Forster sind nach ihrer Weihe zu "Priesterinnen" im Jahr 2002 selbst schon "Bischöfinnen" - katholische, wie sie selbst betonen. Als dritter im Bunde fungiert der ehemalige Kremsmünsterer Benediktinerpater Ferdinand Regelsberger, der ebenfalls im Jahr 2002 im oberösterreichischen Scharnstein (Bez. Gmunden) bereits zum "Bischof" geweiht worden war.

Automatische Exkommunizierung

Diakone sind in der katholischen Kirche Priestern schon fast gleichgestellt, sie dürfen Taufen und Eheschließungen vornehmen, aber noch keine Messen zelebrieren. Die an dem Weiheritual 2002 Beteiligten wurden damals noch vor dem eigentlichen "Donauspektakel" gemäß Kirchenrecht (Canon 1382) automatisch exkommuniziert. Dennoch wird das Trio am kommenden Samstag als Spender der Diakoninnenweihe aktiv.

Route der Weihefahrt

Ziel der Weihefahrt sei zwar Regensburg, von Passau aus werde das Schiff jedoch zuerst stromabwärts steuern. "Wir müssen auf österreichischem Hoheitsgebiet sein, weil der Notar, der die Diakonieweihe beglaubigt, Österreicher ist und in Deutschland nicht tätig werden darf", begründet "Bischöfin" Gisela Forster den oberösterreichischen Kurzbesuch.

Große Nachfrage nach Eheschließungen

Nach eigenen Angaben stehen die "Bischöfinnen" im Dauerstress. "Wir haben fast jede Woche pastorale Termine und spenden auch Sakramente", freut sich Mayr-Lumetsberger. Angeboten werden die Leistungen der "Bischöfinnen" auf einer eigenen Homepage. Gefallen sind in den vergangenen beiden Jahren Teile der Ehrenamtlichkeit: "Da die Nachfrage nach Eheschließungen immer stärker zunimmt, können wir die Trauung nicht mehr ehrenamtlich leisten. Eine Eheschließung kostet 100 Euro", so Mayr-Lumetzberger. (APA)

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