Universitätsvertretungen wollen mehr Gewicht in der ÖH

1. Juli 2004, 14:09
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Sitz in der Bundesvertretung und mehr Geld

Wien - Die Vorsitzenden der Universitätsvertretungen wollen mehr Gewicht in der Bundesvertretung (BV) der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH). In einer Resolution fordern sie für sich volles Stimmrecht in der BV, dem österreichweiten Studentenparlament. Außerdem verlangen sie eine Neuverteilung der Einnahmen aus dem ÖH-Beitrag: Derzeit kommen 72 Prozent den Universitätsvertretungen zu und 28 Prozent der Bundes-ÖH, künftig soll das Verhältnis 90 zu zehn betragen. Die Bundes-ÖH weist beide Forderungen zurück.

Durch das neue Universitätsgesetz (UG) hätten die Hochschulen mehr Kompetenzen erhalten, begründete der Vorsitzende der Hochschülerschaft an der Technischen Universität (TU) Wien, Gabor Sas (Fachschaftslisten), gegenüber der APA. Das Hauptgewicht bei der Vertretung der Studierenden verlagere sich daher noch stärker an die einzelnen Unis. Die Forderung nach vollem Stimmrecht in der Bundesvertretung wiederum sei auf Grund der "Koordinationsprobleme" zwischen Bundes-ÖH und Vorsitzenden nötig geworden. Damit würde die Anzahl der stimmberechtigten Mitglieder von 45 auf 66 steigen.

Mit gutem Grund

Wenig Freude hat ÖH-Vorsitzende Patrice Fuchs (Verband Sozialistischer StudentInnen/VSStÖ) mit der Resolution. Die demokratische Struktur der ÖH sei mit gutem Grund in der derzeitigen Form verankert: Die Zusammensetzung der Bundesvertretung werde eben durch bundesweite Wahl ermittelt, die Universitätsvertretungen durch Wahlen auf Hochschulebene. So würden etwa Gruppierungen wie die Fachschaftslisten bei den Urnengängen an den einzelnen Unis mehr Stimmen erhalten als bundesweit - daraus abzuleiten, dass sie deshalb stärker in der Bundesvertretung repräsentiert sein müssten, wäre aber falsch: "Wenn sie sich auf Bundesebene besser absprechen, kriegen sie dort auch mehr Stimmen", so Fuchs.

Die Forderung nach einer Neuverteilung der Finanzen wies sie ebenso zurück. Erst vor wenigen Monaten habe eine Arbeitsgruppe aus Bundes-ÖH und Universitätsvertretungen eine längerfristige Vereinbarung über den derzeitigen Schlüssel abgesegnet, meinte Fuchs. Darüber hinaus komme ein Großteil des Budgets der Bundesvertretung ohnehin wieder den einzelnen Unis zu Gute. So veranstalte die Bundes-ÖH Schulungen für Studienrichtungsvertreter, helfe den Uni-Vertretungen bei komplizierten Sozialberatungsfragen aus und finanziere Klagen für Studenten. (APA)

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