Karl-Franz Maier - Von Obstindustrie in "Stromkreise"

1. Juli 2004, 10:57
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Oststeirischer Manager brachte Steirerobst an Börse und soll nun Energieholding nach Turbulenzen wieder auf Kurs bringen

Graz - Der neue Finanzvorstand der Energie Steiermark Holding AG (EStAG) Karl-Franz Maier ist in der Steiermark eine bekannte Größe im industriellen Geschehen. Der 53 Jahre alte Maier wurde nach eigenen Angaben vom Personalberater Korn/Ferry auf seine neue Aufgabe hin angesprochen, knapp bevor die Bewerbungsfrist mit 28. April 2004 ablief. Nur einen Monat zuvor hatte Maier die Vorstandsgeschäfte der börsennotierte Steirerobst nach Differenzen mit dem neuen Miteigentümer Agrana zurückgelegt. Maier fühlt sich nach eigenen Worten "geehrt", einstimmig zum EStAG-Vorstand bestellt worden zu sein.

Geboren in Pischelsdorf

Maier wurde am 3. Februar 1951 in Pischelsdorf geboren und hat nach der Matura am Bundesrealgymnasium Gleisdorf Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuni Wien absolviert und anschließend mit einer Dissertation über "Bilanzpolitik für unterschiedliche Anspruchsgruppen" das Doktorat erworben. Nach Studienabschluss verbrachte er fast zwei Jahre in den USA, Großbritannien und Singapur, unter anderem war er auch in der Außenhandelsstelle der Österreichischen Wirtschaftskammer tätig. 1978 kehrte er nach Österreich zurück und war die nächsten vier Jahre lang als selbstständiger Unternehmensberater sowie als Dozent am Hernstein Institut für Unternehmensführung tätig. 1983 trat er bei Rauch Fruchtsaft GmbH ein, von wo er kurze Zeit später in die Unternehmensleitung der damaligen Steirerobst GmbH berufen wurde.

Nach Veränderungen in der Eigentümerstruktur - die Firma Rauch übernahm 50 Prozent der Anteile - war Maier Einzelgeschäftsführer und hat in dieser Funktion das Unternehmen völlig neu positioniert. 1990 erfolgte ein IPO an der Wiener Börse. Mit der verbesserten Kapitalausstattung erfolgte die Expansion der Steirerobst in die osteuropäischen Reformländer. In diesen Jahren wurden Produktionsstandorte in Ungarn, Polen, der Ukraine, Rumänien und zuletzt in Russland aufgebaut. Maier wurden trotz der Differenzen mit den neuen Eigentümer der Steirerobst (Agrana) gute Leistungen konzediert, Steirerobst-Aufsichtsrat und Anlegervertreter Wilhelm Rasinger sprach von Maier als einem "sehr tüchtigen und erfolgreichen Unternehmensführer".

Erfahrung in der Energiebranche

Ein wenig Erfahrung in der Energiebranche bringt Maier mit: Neben seiner Tätigkeit als Mitglied des Energiepolitischen Ausschusses der Industriellenvereinigung übte er zahlreiche Funktionen unter anderem auch in der Wirtschaftskammer aus. Er sei übrigens erst skeptisch gewesen, dann habe ihn Korn/Ferry in vier Hearings von der Objektivität der Bestellung überzeugt. Seinen neuen Vorstandskollegen Franz Kailbauer habe er zwar erst heute, Freitag, kennen gelernt, aber gleich "eine Wellenlänge" gefunden. Den früheren Eigentümervertreter, Finanzlandesrat Herbert Paierl (V), der im Zuge der EStAG-Affäre zurück getreten war, kennt Maier zwar von der Schule und vom Studium in Wien, "aber das war es auch schon".

Der Vertrag sei übrigens noch nicht in allen Einzelheiten festgelegt. Die Eckpunkte hätten sich zwar im Auswahlverfahren schon ergeben, so Aufsichtsratschef Richard Ramsauer. Der Bonus werde dabei klar definiert, "die Herren sind über die Größenordnungen aber informiert." (APA)

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