Franz Kailbauer - Troubleshooter im Vorstand

1. Juli 2004, 10:58
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Technikvorstand mit Erfahrung im Umstrukturieren - "Freue mich wahnsinnig auf einen der spannendsten Jobs in Österreich"

Graz - Der neue technische Vorstand der EStAG, Franz Kailbauer, hat nach den Worten von Aufsichtsratschef Richard Ramsauer "durch ständiges Hineingeworfenwerden in Unternehmen mit Schwierigkeiten das Schwimmen gelernt". Kailbauer bezeichnete sich bei der Pressekonferenz am Freitag in Graz selbst als "jemand, der von einem Troubleshooting-Job in den nächsten gekommen ist". Die bisherigen Stationen des 42-jährigen Maschinenbauers: TU Graz, Austrian Energy, Babcock Borsig Power und Fisia Babcock. "Der EStAG-Vorstand ist einer der faszinierendsten Jobs derzeit in Österreich", so der Heimkehrer aus Deutschland.

Geboren in Voitsberg

Kailbauer, der nach eigenen Angaben lange Zeit bei seinen Unternehmen "Kraftwerksbau betrieben" hat, wurde am 1. September 1962 in Voitsberg geboren. Nach der Absolvierung des Gymnasiums in Köflach studierte er an der TU Graz Maschinenbau und begann als Assistent im Jänner 1988 am Institut für Strömungslehre, Gasdynamik- und Wärmeübertragung der TU. Im Februar 1992 wechselte er zur Austrian Energy (ehemals Waagner-Biro), einem internationalen Energie- und Umweltunternehmen mit Sitz in Österreich, im April 1997 übernahm er die Leitung des Geschäftsbereiches Energietechnik. 1999 wurde er in die erweiterte Geschäftsführung der Austrian Energy berufen. Im selben Jahr wechselte er als Geschäftsführer zur BBP-Environment, einem deutschen Umwelttechnikanlagenbauer mit Sitz in Gummersbach. Dieser wiederum hatte die Austrian Energy übernommen. Diese Tätigkeit übte Kailbauer bis Ende 2002 aus.

Seit November 2002 ist Kailbauer Geschäftsführer der Fisia Babcock Environment (die Fisia/Impregilo-Gruppe hat im Rahmen eines "Asset Deals" die Hauptaktivitäten der von der Babcock-Konzerninsolvenz betroffenen BBP-Environment übernommen). Kailbauer verfügt über 13 Jahre Erfahrung im weltweiten Energie- und Umwelttechnik-Anlagenbau.

Keine Verhandlungen über Geld

Wie sein Kollege Maier wollte Kailbauer erst von einer EStAG-Bewerbung nichts wissen, erst Korn/Ferry habe ihn durch Beharrlichkeit dazu gebracht. "Jetzt freue ich mich aber wahnsinnig auf die neue Aufgabe, außerdem wollte ich in die Steiermark zurück", so Kailbauer. Eine Nähe zu einer politischen Partei habe er nicht, meinte Kailbauer auf Journalistenfragen. "Auch das Geld ist bei diesem Job nicht so wichtig", gab der designierte EStAG-Vorstand an. Er habe noch nie um Gehalt verhandelt, das ergebe sich ohnehin aus dem Marktwert. Kailbauer war auf einer letzten Liste von elf Kandidaten aus rund 300 Bewerbern, von denen wiederum rund 20 Prozent nichtösterreichischer Herkunft gewesen seien, berichtete Ramsauer. (APA)

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