Entscheidung über Teilverkauf vertagt

1. Juli 2004, 17:46
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ÖIAG bekräftigt nach Streit mit Gewerkschaft: Post nicht defizitär -Zukunft des Unternehmens wird im September besprochen

Wien - Die Staatsholding ÖIAG hat die Entscheidung über einen Teilverkauf der Österreichischen Post AG auf Herbst vertagt. Nach der Aufsichtsratssitzung am Freitag hieß es auf APA-Anfrage, die Zukunft des Unternehmens werde erst im Post-Aufsichtsrat im September ein Thema sein.

"Derzeit kein Grund für Partner"

Derzeit prüft der Post-Vorstand laut früheren Angaben der ÖIAG noch beide Varianten - einen Alleingang und einen Teilverkauf an einen größeren Konkurrenten. Einen Abschluss der Prüfung hatte ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis zuletzt für Anfang Juli in Aussicht gestellt. Der Aufsichtsratspräsident der Staatsholding, Alfred Heinzel, hat aber gestern, Donnerstag, im "Format" erklärt, es gebe "derzeit keinen Grund, einen strategischen Partner an Bord zu holen". Zuerst müsse gearbeitet und das Ergebnis weiter verbessert werden. Erst danach könnten strategische Allianzen sinnvoll sein.

Im Finanzministerium hieß es am Freitag nur knapp, derzeit werde noch geprüft. Am Zug seien "die Postorgane". Diese müssten nun "ein Konzept vorlegen", so eine Sprecherin von Finanzminister Karl-Heinz Grasser.

Heftiger Streit um "Ergebnislücke"

In den vergangenen Wochen war bereits heftig über einen Verkauf der Österreichischen Post AG an die Deutsche Post diskutiert worden. Die Gewerkschaft hatte dem Vorstand von Post und ÖIAG vorgeworfen, mit öffentlichen Falschaussagen den Teilverkauf vorantreiben zu wollen. Auslöser der Debatte waren Aussagen von Michaelis über eine drohende "Ergebnislücke" von 260 Mio. Euro bis 2007 gewesen. Nach Diskussion der Zahlen mit dem Post-Vorstand im ÖIAG-Aufsichtsrat am Freitag hat die ÖIAG aber öffentlich klargestellt, dass die Post "nicht defizitär" sei und "gute Gewinne" schreibe.

"Diskussion in den Medien beendet"

"Die bisherigen Auseinandersetzungen zur Frage des Marktrisikos und der Ertragskraft" der Post werde damit "als Diskussion in den Medien beendet", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von ÖIAG-Vorstand und -Aufsichtsrat, Post-Vorstand und Gewerkschaft. (APA)

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