17-Jährigem droht Haft wegen Filmraubkopien

2. Juli 2004, 15:07
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Die Anzeige von Disney und Universal gegen einen 17-jährigen Oberösterreicher sorgt weiter für Wirbel

Für jenen 17-jährigen mutmaßlichen "Internetpiraten" aus Oberösterreich, der von den beiden großen amerikanischen Filmstudios Disney und Universal angezeigt wurde, weil er angeblich Hunderte Filme aus dem Internet heruntergeladen und weiterverkauft haben soll, könnte es im schlimmsten Fall vom Gesetz her ziemlich eng werden. "Dem Burschen droht wegen Verletzung des Urheberrechts bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe", konkretisiert Rainer Schopper von der Staatsanwaltschaft Linz am Donnerstag im Gespräch mit dem STANDARD den möglichen Strafrahmen.

Onlineverkauf

Derzeit würden die Ermittlungen gegen den 17-Jährigen "auf Hochtouren" laufen. "Wir haben die Kriminalabteilung der Gendarmerie mit weiteren Ermittlungen beauftragt", so Schopper. Die Anzeige von Disney und Universal war in der vergangenen Woche beim Landesgericht Linz eingegangen.

Zufall

Die beiden Filmfirmen waren auf den jungen Oberösterreicher eher durch Zufall gestoßen: Der Bursch bot – laut Anzeige – seine illegalen Downloads um wenige Euro vorwiegend in diversen Internetauktionen feil.

Am vergangenen Dienstag statten die Ermittler dann dem potenziellen "Filmhändler" im Auftrag der Staatsanwaltschaft einen unangemeldeten Besuch ab. Und die Fahnder gingen nach der Hausdurchsuchung mit vollen Händen: "Rund 200 CDs wurden bei der Durchsuchung sichergestellt", erklärte Oberösterreichs Sicherheitschef Alois Lißl am Donnerstag gegenüber dem STANDARD.

"Habe nichts verkauft"

Die mühevolle Kleinarbeit liegt derzeit bei den Beamten der Kriminalabteilung der Gendarmerie: "Wir sind jetzt damit beschäftigt, die Filme zu sichten und zu katalogisieren. In weitere Folge werden wir dann das sichergestellte Material zusammen mit der Anzeige an das Landesgericht Linz übergeben", so die Ermittler.

Eigengebrauch

Der 17-jährige Computerfreak bestreitet indes weiter jeglichen Handel mit dem "heißen" Filmmaterial. "Er hat in den Einvernahmen stets beteuert, die Filme wären nur für den Eigengebrauch gewesen. Die bis dato gesammelten Indizien sprechen aber eindeutig dagegen", erklärten die Ermittler. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD Printausgabe, 18. Juni 2004)

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