Microsoft "bestraft" München für Linux-Umstieg

2. Juli 2004, 15:32
41 Postings

Auftritt auf der Computermesse "Systems" wird deutlich geschrumpft - MS dementiert Zusammenhang

Microsoft wird in diesem Jahr nur noch in deutlich reduzierter Form auf der Münchner IT-Messe Systems vertreten sein, nämlich mit einem Stand von 65 Quadratmetern im Bereich IT-Security. Im vergangenen Jahr präsentierte sich das Unternehmen noch mit einem Partnerstand auf einer Fläche von 1.200 Quadratmetern, sowie mit einem kleineren Stand bei den Sicherheitslösungen. Das meldet die Computer Zeitung in ihrer kommenden Ausgabe.

Zufälle gibts...

"Die Entscheidung von Microsoft kommt für uns überraschend", so Systems-Chef Klaus Dittrich gegenüber der Computer Zeitung. Immerhin seien das Unternehmen und die Messe über 20 Jahre lang partnerschaftlich verbunden gewesen. Auffällig ist laut Computer Zeitung der Zeitpunkt der Entscheidung: Am 3. Juni hatte die Systems angekündigt, der Migration der Landeshauptstadt München auf das Open-Source-Betriebssystem Linux ein Forum zu bieten, in dem die Stadtverwaltung den Fortschritt des Projekts präsentieren und mit den Messebesuchern diskutieren kann. Rund zwei Wochen später, am Mittwoch, den 16. Juni 2004, hat der Münchner Stadtrat die Grundsatzentscheidung zur Migration bestätigt und die Feinkonzeption beschlossen.

Dementi

Microsoft-Sprecher Hans-Jürgen Croissant dementiert gegenüber der Computer Zeitung jegelichen Zusammenhang: "Die Entscheidung von Microsoft, die Präsenz auf der Systems deutlich zu reduzieren, hat mit dem Votum des Münchner Stadtrats für einen Umstieg auf Linux nichts zu tun." Vielmehr wünschten Kunden und Partner stärker regional orientierte Beziehungen mit Microsoft, so Croissant. (pte)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.