35 Stiftungsräte suchen ein strategisches Ziel

5. Juli 2004, 22:35
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"Kopfjäger", Bundesliga, schwarze Schlagseite und ein "grob tretender" Betriebsrat im ORF

Matthias Limbeck hat ein Hobby. Seit Salzburg den Chef der Reed Messe als Stiftungsrat auf den Küniglberg schickte, fragt er dort Manager nach Visionen für den ORF. Am 18. September 2004 könnte er Antworten bekommen.

"Strategische Ziele" suchen die 35 Stiftungsräte samt Management in einer Klausur, Kurz nach Monika Lindners erster Halbzeit als Generalin.

Anlass: McKinsey

Anlass für die Debatte bietet McKinsey. Die Unternehmensberater haben vorgeschlagen, 270 Jobs von 3773 zu streichen und so 27 Millionen Euro zu sparen. "Kopfjäger" nennt sie Betriebsratschef Heinz Fiedler. "Grob hingetreten" hat Fiedler mit einem Zitat von Billa-Chef Veit Schalle: "Berater braucht nur, wer eine unfähige Mannschaft hat." Eine "Einzelmeinung" im Stiftungsrat, entgegnet ORF-Manager Alexander Wrabetz.

Ausgliederung der ORF-Sender

Deutlich mehr Räte segneten die geplante Ausgliederung der ORF-Sender ab, ebenso die Bilanz 2003. Die Eckdaten: 5,2 Millionen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nach minus 42,5. Die Werbeumsätze sanken um 12,4 auf 312,4 Millionen, die Gebühren stiegen um 13,7 auf 402,3. "Sonstige" Umsätze wuchsen um 8,6 Prozent, nicht zuletzt ob höherer Produktionskostenzuschüsse.

"Angriffspunkte"

Die verlangte ein Produzent für Unternehmensporträts in "Willkommen Österreich". Solche "Angriffspunkte" seien "abzustellen", sagt SP-Stiftungsrat Karl Krammer. Er vermisste bei der Sitzung am Donnerstag konkrete Angaben, wie der ORF jene 20 Millionen Euro jährlich investiert, die er spart, weil nun Premiere und ATV+ die Bundesliga übertragen. Und er vermisste Objektivität in der Analyse von TV-Chefredakteur Werner Mück zur EU-Wahl.

Um Limbeck wie geplant abzulösen, braucht Salzburgs neue Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SP) die Stimmen der Volkspartei. Der Bürgerliche geht davon aus, dass er zumindest bis Ende 2005 im ORF nach Visionen fragen kann. (Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe, 18.6.2004)

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